Aktivurlaub in Alcudia – Mallorca abseits des Massentourismus

Mallorca - Strand Playa de San Pere

Mallorca gehört zu den beliebtesten Reisezielen am Mittelmeer. Leider hat die wunderschöne Insel mittlerweile einen schlechten Ruf und ist für viele Deutsche, gerade die Reiseblogger, ein Symbol des Massentourismus, das man meiden sollte. Das finde ich sehr traurig, weil die Insel viel mehr zu bieten hat als Ballermann und die verbauten Ferienorte in der Bucht von Palma. Abseits der touristischen Zentren, insbesondere in der Nebensaison, findet man unberührte Ecken – einsame Strände und Buchten, gigantische Berglandschaften und ruhige, malerische Orte.




Ich war schon neun Mal auf Mallorca. Da ich aber oft die Urlaube mit meinem kleinen Sohn weniger aktiv in den Ferienorten verbracht habe, kenne ich das Problem des Massentourismus, der überfüllten Strände und der Betonburgen direkt am Strand viel zu gut. Besonders schlimm sieht es in Playa de Palma, s’Arenal, Can Pastilla, Magaluf, Palma Nova, Cala Millor und Can Picafort aus. Diese Ferienorte sollte man auf jeden Fall meiden, wenn man auf Mallorca Urlaub abseits des Massentourismus verbringen will. Man sollte auch in der Nebensaison zwischen Mitte September und Mitte Juni reisen. Ab Mitte Mai bis Ende Oktober kann man im Mittelmeer baden. In dieser Zeit fallen die Temperaturen selten unter 20 Grad. Im Winter ist es wesentlich kühler und kann auch viel regnen, aber selten fallen die Temperaturen unter 13 Grad.

Meinen ersten Aktivurlaub auf Mallorca habe ich in Port de Soller vor zehn Jahren verbracht. Es war ein Kurzurlaub – nur zwei Tage am Wochenende. Ich bin damals kaum alleine gereist, hatte keine Erfahrung beim Wandern und keine Kondition. Trotzdem traute ich mich, kleine Wanderungen zu unternehmen. Am ersten Tag erkundete die Gegend von Port de Soller und Soller. In der Altstadt von Soller war allerdings schon mehr los. Viele Touristen, die mit dem nostalgischen Zug von Playa de Palma angekommen waren, wollten sich nämlich auch den malerischen Ort Port de Soller ansehen und reisten mit der alten Straßenbahn zum Küstenort.

Am zweiten Tag wanderte zum idyllischen Berg- und Künstlerdorf Deia, zur felsigen Bucht Cala Deia und zum Landgut Son Marroig und auf der Halbinsel Sa Foradada. Es war herrlich, sich zu Fuß bei angenehmen 20 Grad und Sonnenschein inmitten der mediterranen Vegetation, der Mandel- und Olivenbäume zu bewegen, die Meerblicke zu genießen und die Meeresluft einzuatmen. Mehr Urlaub konnte ich leider nicht nehmen, weil mein Sohn erst 10 Monate alt war und sein Papa arbeiten musste.

Vor vier Jahren habe ich mit meinem Freund den Nordosten Mallorcas mit dem Rad erkundet. In unserem Ferienort, Playa de Muro, liehen wir Fitnessbikes. Das waren meine ersten Erfahrungen mit Rennradfahren (ein Fitnessrad ähnelt einem Rennrad sehr). Wir unternahmen Touren zum Kloster Lluc und auf die Halbinsel Formentor. Die Straßen waren in der Nebensaison nicht besonders stark gefahren. Diese Art des Sightseeings ist jedoch nicht jedermanns Sache. Mallorca ist gebirgig und ohne entsprechende Erfahrung und gute Kondition kommt man nicht zu weit. Außerdem hat das Rennradfahren einen Nachteil, dass man auf asphaltierte, manchmal stark befahrene Straßen angewiesen ist. Das stört viele Rennradfahrer auf Mallorca jedoch nicht, weil man in der Nebensaison bis Mai wenig Verkehrt hat.

Mallorca - Formentor

Vor vier Monaten, Ende Januar, habe ich wieder einen Kurzurlaub auf Malle gemacht. Ich habe auf urlaubia.de eine günstige Pauschalreise gebucht (Flug, 4-Sterne Hotel mit Halbpension und Transfer für 260 €) und bin alleine auf die Insel geflogen, um die Region von Alcudia mit dem Mountainbike und zu Fuß zu erkunden. Obwohl ich in Can Picafort wohnte, kriegte ich kaum etwas vom Massentourismus mit. Der Ferienort Can Picafort ist zwar nicht besonders schön (Bettonburgen am Strand), aber das wusste ich. Viel schöner und ruhiger ist es in Playa de Muro, weiter nördlich.  Mir war es wichtig, dass ich ein komfortables Hotelzimmer habe und meinen Kurzurlaub schnell zum günstigen Preis buche. Ansonsten war ich doch bis zum Abendessen die ganze Zeit unterwegs.

Nach dem Check-in im Hotel, lief ich vom Strand in Son Baulo (südlich von Can Picafort) aus an der menschenleeren Küste entlang und genoss die Wärme, den Meerblick und den herrlichen Sonnenuntergang.

Mallorca - Laufen am Strand

Am zweiten Tag radelte ich durch das Hinterland von Can Picafort, durch die beschaulichen Orte Sa Pobla, Muro und Santa Margarida. Ich fuhr zwischen den blühenden Blumenwiesen und an Mandelplantagen vorbei und erlebte den ersten Frühling in diesem Jahr.

Weiter ging es nach Arta – dort radelte ich durch die hübsche Altstadt zur Burg von Arta. Die Burg bietet einen faszinierenden rundum-Blick auf die Stadt, die Umgebung und die Berge. Danach machte ich noch einen Abstecher auf einer kleinen Straße Richtung Ermita de Betlem. Mit Ausnahme von ein paar Rennrad- und Mountainbikefahrer sowie Einheimischen war ich in dieser bezaubernden Gegen ganz alleine unterwegs. Ich bewunderte die Landschaft, fotografierte die Mandel-, Orangen- und Zitronenbäume. Leider konnte ich nicht weiterfahren, weil es schon spät war.

Wer nicht so gerne Rad fährt und noch mehr sehen möchte, sollte einen Mietwagen leihen. Von Arta aus ist es nicht mehr so weit zu traumhaften Buchten Cala Mitjana und Cala Torta (diese habe ich bisher noch nie gesehen). Man kann auch Abstecher zu wunderschönen Stränden Cala Mesquida und Cala Agulla unternehmen, die in der Nebensaison nicht überlaufen sind.

Am dritten Tag radelte ich an den menschenleeren Promenaden und kleinen Straßen bis nach Alcudia. Ich lag zwei Pausen am langen Sandstrand von Alcudia ein. Es gibt einen Strandabschnitt, an dem riesige Palmen wachsen. Auch hier ging es sehr ruhig zu.

Danach radelte ich zur Halbinsel La Victoria. Diese Halbinsel liegt südlich von der Halbinsel Formentor, ist weniger bekannt und auch im Sommer nicht so überlaufen. Obwohl ich in der Region schon zum vierten Mal war, kannte ich die wunderschöne Halbinsel nicht. Zum Glück habe ich die Gegend beim Abendessen im Reiseführer „Mallorca: Das Handbuch für den optimalen Urlaub“ vom Reise Know-How Verlag entdeckt. Auf der Halbinsel habe ich zwei herrliche, fast menschenleere Sandstrände, den Playa de San Pere und Playa de Sant Joan, besucht. Von den beiden Stränden aus sieht man die höchste Erhebung der Halbinsel La Victoria (Richtung Süden). Dort wusste ich noch nicht, dass ich zwei Stunden später auf dem Berg bin.

Nach der Erholung an den Stränden fuhr ich am Hafen Mal Pas vorbei und an der Küste entlang. Am malerischen Kiesstrand S’Illot legte ich wieder eine kurze Pause ein. Danach ging es steil bergauf zur Ermita de la Victoria. Für mich war es viel zu steil und ich musste das Mountainbike schieben. Nicht so schlimm – es war nicht mehr so weit. Außerdem liefen durch den Weg ein paar Bergziegen.

Das ehemalige Kloster befindet sich auf 130 Meter ü. d. M. und liegt inmitten einer unberührten Berglandschaft. Heute ist es ein Hotel und ein Restaurant. Für alle, die nach einer Unterkunft auf Mallorca abseits des Massentourismus wohnen möchten, kann ich das Hotel empfehlen. Hier habe ich das Mountainbike abgestellt. Man kann das Rad auch an der Küste stehen lassen und weiterwandern. Die Ermitta de la Victoria ist ein perfekter Ausgangspunkt für die leichte Wanderung zum höchsten Berg der Halbinsel, der Talaia d ‚Alcúdia (446 m). Der Aufstieg lohnt sich – die Blicke über die Küste, Alcudia und die Berge sind atemberaubend. Spätestens hier genießt man Mallorca abseits des Massentourismus. Nach dem Gipfelglück erfolgte der schelle Abstieg. Ich hatte wenig Zeit, weil ich das Rad bis 18 Uhr abgeben musste. Eine Stunde später war ich wieder am Strand von Alcudia und blickte auf den Gipfel, den ich während meiner vielen Urlauben in der Gegend von Alcudia gesehen habe. Das Abendessen im Hotel schmeckte besonders gut. Die vielen anderen Gäste, die sich in Can Picafort möglicherweise gelangweilt haben, störten mich überhaupt nicht. Jeder verbringt den Urlaub, so wie es ihm gefällt. Zum Abschluss des Urlaubs konnte ich einen Riesenmond am Strand bewundern. Gigantisch – einen so großen Mond am Meer habe ich noch nie gesehen.

Mallorca ist ein wunderschönes und abwechslungsreiches Reiseziel. Auf der Insel gibt unzählige ruhige Ecken wie die Halbinsel La Victoria, die in der Nebensaison fast unberührt sind. Wer das Hotel und den Ferienort nicht verlässt, wird sich über den Massentourismus beschweren. Wer sich abseits der Touristenpfade bewegt, findet an jedem Reiseziel wunderschöne Landschaften und unberührte Orte. Die Bloggerin Cindy war drei Tage auf dem Fernwanderweg GR221 unterwegs. Der rund 140-Kilometer-lange Fernwanderweg führt von Port d’Andratx bis nach Pollenca. Hier bewegt man sich inmitten der wunderschönen Bergwelt von Mallorca und genießt die Insel abseits des Massentourismus. Ich möchte den gesamten Fernwanderweg irgendwann bewandern.

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