Alleine aktiv unterwegs in Griechenland – Inselhopping Naxos, Santorini und Athen

Alleinreisende Frau Griechenland - Inselhopping Naxos, Santorini, Athen

Die griechische Inselwelt hat mich schon immer fasziniert. Ich war zwar zweimal in Griechenland, auf der größten Insel des Landes Kreta sowie auf der Halbinsel Chalkidiki, aber habe von den klassischen griechischen Reisezielen nicht so viel gesehen. Nach den ersten sportlichen Aktivurlauben mit meinem Freund auf Fuerteventura und Madeira, habe ich mir eine der griechischen Inseln, z. B. Rhodos, als das nächste Reiseziel für meinen Aktivurlaub ins Auge gefasst.

Im Mai bekam ich die Möglichkeit angeboten, an einer Yachtreise auf dem Ägäischen Meer teilzunehmen. Da ich offen war, etwas Neues auszuprobieren, zögerte ich nicht lange und buchte die Flüge nach Athen. Die Veranstalterin, eine alte Bekannte, musste jedoch den Termin der Reise sehr kurzfristig, auf den Oktober, verschieben. Ich entschloss mich, die Griechenland-Reise alleine anzutreten. Aus der Gruppenreise auf der Yacht ist dadurch eine individuelle Backpacker-Reise geworden. Über afery.de reservierte ich zwei Fährverbindungen von Athen nach Naxos (hin und zurück) sowie von Naxos nach Santorini. Die Hotelunterkünfte buchte ich auf urlaubscenter24.com: 5 Übernachtungen auf Naxos, 2 Übernachtungen auf Santorini, 1 Übernachtung wieder auf Naxos und 2 Übernachtungen in Athen. Die Kosten meiner individuellen Griechenland-Reise beliefen sich auf ca. 750 Euro (Flug, Fähren, Hotelunterkünfte inklusive Frühstück, Taxis, Busse, U-Bahn, 3 Tage Mountainbike-Verleih). Über die Verpflegung werde ich am Ende des Artikels berichten.
Ich wusste von Anfang an, dass es sich um keinen Pauschalurlaub mehr handelt, sondern um eine etwas komplizierte und abenteuerliche Reise. Mein riesiger roter Koffer passte nicht mehr zu dieser Reise. Deshalb kaufte ich einen großen Rucksack Osprey Kyte 46, den ich auch auf einer längeren Hüttentour gut gebrauchen kann.

Ich muss zugeben, dass ich einen Tag vor dem Flug nach Athen (Ende Mai) keine Lust mehr auf den Urlaub hatte. Vermutlich war es die Angst vor dem Neuen, umso mehr, weil ich alleine auf die Reise ging. Der Rucksack war aber schnell gepackt und ich stellte fest, wie unkompliziert das Reisen mit nur einem relativ kleinen Rucksack ist. Da man wenig Platz hat, ist man gezwungen, sich auf ein paar Sachen zu beschränken.

Am nächsten Tag brachte mich mein Freund zum Flughafen und das Abenteuer begann. Der Flug nach Athen dauerte nur 2 Stunden. Vom Flughafen fuhr ich mit dem Bus X96 zum Hafen Piräus. Die 5-stündige Reise mit der Fähre war für mich schon ein kleines Abenteuer. Auf der riesigen Autofähre reisten Hunderte Passagiere auf die Inseln Paros, Naxos und Amorgos. Am Abend erlebte ich einen herrlichen Sonnenuntergang auf dem offenen Meer.

Da ich erst gegen 23 Uhr auf Naxos ankam, musste ich ein Taxi zum Hotel in Naxos Stadt (Chora) nehmen. Nach dem Check-In im Hotel Naxos Holidays schlief ich sofort ein.

Die Insel Naxos ist mit 32 km Länge und 23 km Breite die größte Insel der Kykladen. Ich verbrachte auf der wunderschönen Insel 4 Tage. Schon am ersten Tag begeisterte ich mich für Naxos und fühlte mich dort wie in einem mediterranen Paradies. Ende Mai war das Reiseziel nicht touristisch überlaufen.

Auf Sightseeing-Ausflüge mit dem Bus oder Mietwagen hatte ich keine Lust. Die schönste Form des Reisens ist für mich, wenn ich die unbekannte Gegend zu Fuß und auf dem Rad erkunde. So bin ich die ganze Zeit an der frischen Luft unterwegs, inmitten der herrlichen Natur und erlebe das Reiseziel mit allen Sinnen.
Ich lief an den herrlichen, kilometerlangen Sandstränden und am Hafen der Naxos-Stadt entlang und erlebte wunderschöne Sonnenuntergänge am Meer.

Die Insel ist jedoch zu groß, um sie zu Fuß zu erkunden. Daher lieh ich ein Mountainbike für drei Tage. Meine erste 50-km-Radtour auf Naxos ging ins Inselinnere nach Sangri zur byzantinische Kirche Agios Nikolaos und zum Dimitra-Tempel sowie zum Bergort Filoti am Fuße des höchsten Berges der Insel Zas (1004 m).

Die zweite 35-km-Radtour auf Naxos verlief an der schwach besiedelten und kargen Nordküste entlang. Das Ziel war der Ort Apollonas im Nordosten der Insel. Da es sehr windig und heiß war und ich nichts mehr zum Trinken hatte, drehte ich schon vorher um. Am späten Nachmittag besichtigte ich die Altstadt von Chora.

Auf meiner dritten 25-km-Mountainbike-Tour auf Naxos fuhr ich an den traumhaften Sandstränden der Westküste entlang bis zum Ferienort Mikri Vigla. Teilweise schob ich das Rad am Strand, weil die Straße fehlte und die Landschaft so schön war. Ich genoss das Meer und badete mehrmals im warmen Wasser.

Am 6. Tag meines Inselhoppings in Griechenland ging es mit der Fähre nach Santorini. Die Überfahrt dauert nur 2 Stunden. Der Hafen von Santorini befindet sich unterhalb der Steilküste. Die Passagiere werden mit den Bussen über eine Serpentinenstraße in die Ferienorte gebracht. Im Gegensatz zu Naxos war die wunderschöne Insel Santorini sehr gut besucht. In den schönsten Orten an der Steiküste Oia und Fira sowie am Strand Kamari fühlte ich mich wie am Marienplatz in München oder im Schloss Neuschwanstein, da man dort Touristen aus der ganzen Welt sieht.

Auf Santorini verbrachte ich 2 Nächte. Leider war das Wetter nur vormittags schön, daher sind meine Bilder nicht so eindrucksvoll. Am Abend nach dem Check-In im Hotel im lebhaften Ferienort Fira besuchte ich mit dem Bus den schwarzen Lavastrand Kamari und unternahm eine kleine Wanderung zum Ferienort Perissa auf der anderen Seite des gigantischen Felsens.

Von Fira aus geht ein Wanderweg am Krater entlang zum berühmten Ort Oia im Norden der Insel. Ich unternahm diese Wanderung am zweiten Tag meines Aufenthalts auf Santorini. Auf der Strecke von fast 20 km (hin und zurück) mit 1000 Höhenmetern genoss ich traumhafte Blicke auf die Steilküste und beide Orte. Zum Glück waren nur ein paar Wanderer unterwegs und ich konnte mich von den Touristenmassen in den beiden Orten gut erholen.

Am Abreisetag machte ich gleich nach dem Frühstück einen herrlichen 6-km Lauf an der Steilküste entlang zum Ort Imerovigli und zum Skaros-Felsen mit einer kleinen Kapelle.

Nach der Erfrischung im Hotelpool ging es mit der Fähre nach Naxos zurück. Auf der ruhigen Insel genoss ich noch vor dem Abendessen das Schwimmen im Meer und den Sonnenuntergang. Am nächsten Tag verließ ich mit der Fähre die wunderschöne griechische Inselwelt. Am späten Nachmittag war ich in einer ganz anderen Welt. Ich stieg aus der U-Bahn in der lauten Innenstadt von Athen aus und suchte mein Hotel. Meine Hotelwahl war nicht die beste. Ich wollte unbedingt in der Nähe von der Akropolis wohnen und hatte deshalb eine günstige Hotelunterkunft in der Innenstadt gebucht. Naja, es waren nur zwei Nächte und ich war die ganze Zeit unterwegs.

Nach dem Check-In im Hotel Aristoteles ging ich zu Fuß zur Akropolis. Von verschiedenen Hügeln aus konnte ich die weltweitbekannte Festung aus der Antike bewundern und fotografieren. Für den nächsten Tag plante ich die Besichtigung der Akropolis. Am Vormittag ging ich durch die südliche Innenstadt von Athen spazieren und sah mir andere antike Sehenswürdigkeiten, Kirchen und Plätze an. Gegen Mittag waren es schon fast 30 Grad. Als ich die Schlange von Hunderten Touristen aus der ganzen Welt sah, entschied ich mich schnell, meine Pläne zu ändern.

Mit der U-Bahn fuhr ich ins Stadtviertel Elliniko und lief von dort aus 4 km zum ersten Strand Glyfada. Als ich das Meer nach einem Tag in der lauten Großstadt sah, war ich gerührt. Ich badete dort und lief noch ein paar Kilometer zum Ort Voula, wo die kleinen Strände ziemlich malerisch waren. Hier badete ich zum zweiten Mal und machte mich gleich wieder auf den Weg nach Athen. An den Stränden war selbstverständlich sehr viel los, weil zahlreiche Athener den heißen Sonntag gerne am Meer gerne verbrachten.

Als ich am Abend zur Akropolis ankam, waren nur noch wenige Touristen dort. Eine Stunde reichte mir für den Rundgang. Leider war das Wetter nicht gut genug, um eindrucksvolle Fotos von der imposanten historischen Stätte zu machen.

Am nächsten Tag hatte ich vor dem Abflug nach München genügend Zeit für einen Spaziergang zum Archäologischen Museum, zum Nationaltheater und zur Nationalbibliothek sowie auf den höchsten Hügel Athens, den Lykabettus (277 m), mit einem tollen Blick über die Stadt.

Zwei Tage in Athen waren für mich optimal. Während des Spazierengehens durch die laute Metropole mit viel Autoverkehr und stinkenden Abgasen konnte ich noch einmal feststellen, wie glücklich ich mich inzwischen der Natur fühle und wie wenig mich die Großstädte beeindrucken.

Die Gesamtkosten meines 10-tägigen Urlaubs in Griechenland lagen unter 1000 €: ca. 750 € für Flug, Fähren, Hotelunterkünfte inklusive Frühstück, Taxis, Busse, U-Bahn, 3 Tage Mountainbike-Verleih sowie ca. 200 € für das Essen und Getränke in Restaurants, Bars und Supermärkten. Restaurants besuchte ich in der Regel nur abends. Zu Mittag war es mir meistens zu heiß und ich genoss kalte Getränke in den Bars sowie Kekse, Obst und kalte Getränke aus dem Supermarket am Strand. Bis auf eine Übernachtung auf Naxos waren alle Hotelunterkünfte inklusive Frühstück.

Insgesamt war mein individueller, etwas abenteuerlicher Urlaub in Griechenland, den ich alleine verbrachte, eine neue und bereichernde  Lebenserfahrung. Ich habe sehr viel Schönes gesehen und erlebt, mich sehr viel bewegt und einige neue Erkenntnisse über mich gewonnen. Backpacking als neue Art zu reisen, mit einem Rucksack und wenig Gepäck, hat mir sehr gut gefallen, da die Vorbereitung sehr schnell ging und ich auf der Reise sehr flexibel und beweglich war. Im nächsten Jahr würde ich gerne mit meinem Sohn Inselhopping in Griechenland machen. Es gibt noch viele wunderschöne Inseln im griechischen Inselreich mit herrlichen Sandstränden, beeindruckenden Landschaften und interessanten Sehenswürdigkeiten zu entdecken.

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