Elba – Aktivurlaub im mediterranen Paradies mit traumhaften Stränden

elba-aktivurlaub-1050-700

Ich liebe Berge, Rennradtouren im wunderschönen Oberbayern, aber auch das Meer. Die Berge haben wir in München fast vor der Haustür, aber das Mittelmeer ist ziemlich weit entfernt und am schnellsten mit dem Flugzeug erreichbar. Meine häufigen Kurzurlaube und Wochenendtrips gehen deshalb in die Alpen oder an den Gardasee.

Die letzten Ferienwochen verbrachte mein Sohn mit seinem Papa. Die „kinderlose“ Zeit war ideal für einen Aktivurlaub mit meinem Freund. Diesmal reizte mich wieder das Mittelmeer. Wir hatten jedoch nichts fest geplant und die kurzfristigen Flugreisen Richtung Süden waren in der Ferienzeit zu teuer. Auf der Karte entdeckte ich die Insel Elba, die nur 10 Kilometer vom italienischen Festland entfernt liegt. Diese Insel kennt jeder als Verbannungsort Napoleons. Aber nicht jeder weiß, dass es eine bezaubernde Ferieninsel mit wunderschönen Stränden, malerischen Orten und traumhaften, bergigen Landschaften ist.

Elba ist ca. 850 km von München entfernt. Das ist zwar eine lange Strecke, aber mit einer Übernachtung und einigen Stopps kann man die italienische Insel mit dem eigenen PKW relativ bequem erreichen. Die Anreise auf die Insel erfolgt mit der Fähre von Piombino, südlich von Livorno und dauert ca. 45 Minuten. Wir kauften Tickets direkt vor der Abreise im Hafen (ca. 130 € hin und zurück für zwei Erwachsene und ein Auto) und durften gleich einsteigen. In der Hauptsaison, im August, sollte man die Tickets reservieren.

Für die erste Übernachtung suchte ich das schöne 4-Sterne Hotel Madrigale Panoramic Resort in Costermano/Garda am Gardasee aus. Das Hotel bezaubert mit seiner einmaligen Lage oberhalb des Sees und zwei schönen Pools mit einem traumhaften Blick über den Gardasee. Die komfortablen Zimmer sind sehr hübsch eingerichtet, groß und verfügen über eine riesige Dachterrasse. Das Hotel war nicht günstig (ca. 230 € für ein Doppelzimmer mit Frühstück über booking.com), aber wir wollten uns mal etwas Besonderes gönnen, uns einen Tag lang ausruhen und herrliche Blicke genießen.

Die Unterkunft auf der Insel Elba war weniger komfortabel, aber die Lage über dem Meer traumhaft schön. Da ich kein hübsches Hotel zu einem bezahlbaren Preis gefunden hatte, recherchierte ich nach Campingplätzen auf Elba und fand einen Platz in Biodola mit Stellplätzen direkt am Meer. Die Bilder haben mich so beeindruckt, dass ich dort unbedingt übernachten wollte. Wir kauften ein neues, etwas komfortableres Zelt für 3 Personen, die Campingausrüstung (Tisch mit zwei bequemen Stühlen, Geschirr, Besteck, Plastikkisten) und packten zwei klappbare Matratzen sowie Bettwäsche ins Auto ein. Das Schlafen auf dünnen und schmalen Therma-Rest-Matratzen ist nämlich alles andere als komfortabel und viel zu unbequem für eine Woche Urlaub. Da wir nichts reserviert hatten und der Campingplatz in Biodola nichts frei hatte, mussten wir die ersten zwei Nächte auf einem anderen Campingplatz ohne Meerblick verbringen. Danach fanden wir einen Stellplatz mit einem grandiosen Blick auf den langen Sandstrand und grüne Hügel auf dem Campingplatz Stella Mare in Lacona. Dort verbrachten wir 7 Nächte. Das Frühstücken sowie manchmal Mittag- und Abendessen an der frischen Luft, mit herrlichen Blicken und Meeresrauschen war ein Genuss. Jeden zweiten Tag besuchten wir eine Pizzeria direkt am Meer. Aber der schnellgemachte Mozzarella-Rucola-Tomaten Salat mit Käse und Wein vor dem Zelt schmeckte in der traumhaften Szenerie genauso gut. Das Schlafen auf dicken Matratzen mit Bettwäsche an der frischen Luft direkt am Meer war genau so schön wie im 4-Sterne Hotel am Gardasee.

Unser Urlaub auf Elba war ein sportlicher Aktivurlaub, aber die Entspannung am Strand oder in einer gemütlichen Strandbar fehlten nicht. Stundenlang am Strand liegen kann ich jedoch nicht. Im Urlaub, wie auch in der Freizeit, brauche ich viel Bewegung. Außerdem bin ich sehr neugierig, was es alles am Reiseziel zu entdecken gibt und erkunde die Gegend am liebsten zu Fuß und auf dem Rad.

Wir liefen viel an Sandstränden und hügeligen Küstenabschnitten entlang, nahe den beiden Ferienorten Marina di Campo und Lacona. Marina di Campo ist ein Ortsteil von Campo nell‘ Elba, das zu den größten Orten Elbas gehört. Dort gibt es zahlreiche Restaurants, Bars und Geschäfte.

Den kleinen Ferienort Lacona entdeckten wir während unserer ersten Rennradtour auf Elba. Er liegt in der Bucht Golfo di Lacona. Es gibt dort einige Campingplätze, Ferienunterkünfte, Restaurants und Bars, aber keine großen Supermärkte (lediglich teure Mini-Märkte auf manchen Campingplätzen). Die Strände in beiden Ferienorten sind ca. 1 km lang und gehören zu den längsten Sandstränden der Insel. Im Sommer sind die Strände, wie fast alle anderen Sandstrände Elbas, sehr gut besucht. Etwas ruhiger sind die dunklen Strände Spiaggia Magridore und Norsi auf der anderen Seite der Halbinsel Stella. Auch auf dem kleinen Kiesstrand Stella Mare, der sich direkt unterhalb des Campingplatzes befindet, war nicht so viel los.
Die beiden großen Sandstrände waren für meinen Geschmack zu voll, aber beim Schwimmen im warmen Meer (25 Grad) hat es nicht gestört. Einmal beim Laufen erreichten wir den hübschen, kleineren Sandstrand Laconella, der durch Felsen vom großen Strand getrennt ist.

Auf Elba unternahmen wir zwei Wanderungen. Die erste Wanderung ging vom Spaggia Margidore auf den kleinen Gipfel Monte Orello (376 m). Es war eine leichte Wanderung mit ca. 500 Höhenmetern und 12 Kilometern. Allerdings ist die Tour bei 30 Grad Hitze nicht unbedingt einfach und wir waren die einzigen Wanderer unterwegs. Die Blicke auf das Meer und die Halbinsel Stella waren jedoch atemberaubend. Vom Gipfel aus konnte man den höchsten Berg Elbas, den Monte Capanne (1018 m) sowie die Hauptstadt Portoferrairo sehen.

Am Nachmittag wanderten wir noch 9 km auf der hügeligen Halbinsel Stella. Mein Freund, der 2 Monate zuvor n seinem ersten Ironman in Zürich teilgenommen hatte, beschloss, am übernächsten Tag, um die Halbinsel herumzuschwimmen. Die 5-km lange Schwimmstrecke war für ihn keine große Herausforderung. Ich lief gleichzeitig auf den Wanderwegen der Halbinsel und wir trafen uns im Süden der Halbinsel. Dort traute ich mich zwischen den Felsen zu schwimmen, was ungefährlich war, weil ich mich sehr sicher im Wasser fühle und das Meer sehr ruhig war.

In den darauffolgenden Tagen schwamm ich mit meinem Freund noch zweimal vom Strand aus zu den weiter entfernten Buchten an den Felsen entlang. Zum ersten Mal traute ich mich, so weit vom Strand entfernt im Meer zu schwimmen. Es war sehr spannend, die Küste vom Wasser aus zu beobachten. Schade nur, dass ich nicht Kraul schwimmen kann. Ich schwimme Brust auf der Oberfläche und bin deshalb relativ langsam. Im Winter möchte ich ein Einzel-Schwimmtraining machen und hoffe, die schwierige Schwimmtechnik noch kurz vor meinem 45. Geburtstag zu erlernen.

Der Vorteil an Autoreisen ist, dass man die eigenen Fahrräder mitnehmen kann. Wir hatten unsere Rennräder selbstverständlich dabei. Die erste Rennradtour war allerdings nicht so erfolgreich. Wir radelten von Marina di Campo aus Richtung Osten. Die Straße SP30 war nicht so stark gefahren, verlief überwiegend im Wald, aber die Steigung (ca. 15 Prozent) war zu steil für mich. Auf dem Rad bin ich in den Bergen nicht besonders gut. Mein Freund konnte mich bisher nicht davon überzeugen, die wunderschönen Passstraßen in den Alpen zu fahren. Die Ausnahme war der Mendelpass am Kalterer See. Dabei handelt es sich jedoch um eine relativ kurze Strecke mit einer moderaten Steigung (ca. 8 Prozent), die ich mit meinem Rennrad ohne Probleme bewältigen konnte. Die Passstraße auf Elba zwischen Marina di Campo und Lacona war dagegen sehr steil. Ich dachte am Anfang, es sei kein Problem und fuhr zu lange in der Hitze bergauf. Irgendwann überforderte ich mich derart, dass ich absteigen und das Rennrad schieben musste. Es ging mir schlecht, ich war wütend auf meinen Freund, der im Scherz sagte „Die Strecke können auch Omas fahren“ und hatte keine Lust mehr auf das Rennradfahren auf Elba. Es war auch nicht angenehmer, bergab zu fahren. Die extrem steile und kurvige Straße war mir zu gefährlich und ich musste die ganze Zeit so stark bremsen, dass es für meine Hände unangenehm wurde. In Lacona kühlten wir uns im Meer ab, besuchten eine Bar und entdeckten vom Strand aus den Campingplatz Stella Mare in einer herrlichen Lage über dem Meer. Wir sahen uns den freien Stellplatz an und waren begeistert. Am übernächsten Tag zogen wir von Marina di Campo nach Lancona um. Danach ging es auf der gleichen Strecke zurück, meine Laune war wieder besser und ich wusste rechtszeitig, wann ich das Rennrad schieben muss.

Im Gegensatz zur ersten Ausfahrt waren zwei weitere Rennradtouren sehr angenehm. Die Steigungen waren moderat und ziemlich leicht für mich zu fahren.
Der Ausgangspunkt unserer schönsten Rennradtour war der kleine Küstenort Cavoli westlich von Marina di Campo. Wir radelten im Süden Elbas am Meer entlang, genossen herrliche Blicke über das Meer, wunderschöne Sandbuchten sowie kleine Orte Seccheto und Fetovaia. Danach führte die Küstenstrasse SP25 an der felsigen Westküste entlang und wurde teilweise etwas steiler. Sie führte durch Orte Pomonte, Patresi nach Sant Andrea im Nordwesten. Unsere 50-km-Tour beendeten wir am Capo di San Andrea, das wir über eine steile Straße erreichten. Der wunderschöne kleine Sandstrand war sehr gut besucht. Das Baden im Meer sowie ein kaltes Getränk und eine kleine Mahlzeit waren ein Genuss. Auf der steilen Straße musste ich das Rennrad teilweise schieben, aber danach ging es leicht auf der gleichen Strecke nach Cavoli zum Auto zurück. Dort besuchten wir noch einen schönen Sandstrand und ich gönnte mir einen kalten Aperol Spritz in der Strandbar kurz vor dem Sonnenuntergang.

Die letzte Rennradtour führte von Lacona nach Porto Azzuro und Rio Marina auf der Ostküste Elbas. Da wir erst am späten Nachmittag starteten, konnten wir uns die beiden hübschen Orte leider nur kurz ansehen. Die Ausfahrt war sehr angenehm. Auf der 45-km- Strecke waren lediglich 650 Höhenmeter zu bewältigen, unproblematisch bei 25 Grad. Kurz nach dem Sonnenuntergang erreichten wir unseren Campingplatz und ließen den Tag bei Pizza und Wein im Restaurant direkt am Strand ausklingen.

Den letzten Urlaubstag auf Elba verbrachten wir wie viele andere Feriengäste. Wir machten einen Sightseeing-Ausflug mit dem Auto in die Hauptstadt Elbas Portoferraio. Wir schauten uns die hübsche Stadt und den malerischen Hafen an, besuchten die Festung Forte Falcone, die herrliche Blicke über die Stadt und das Meer bietet, sowie die kleinen Kiesstrände Le Ghiaie, Padulella und Capo Bianco. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Auto in die andere Richtung. Nach dem hübschen Ort Capoliveri erreichten wir den dunklen Sandstrand Innamorata, wo wir an den Felsen entlang schwammen. Der Ort Capoliveri befindet sich 167 Meter über dem Meer und bietet herrliche Aussichtspunkte. Sicher ist es sehenswert, aber wir hatten leider zu wenig Zeit, um dort länger zu bleiben.

Capoliveri war nicht der einzige Ort auf Elba, den wir nicht besuchen konnten. Das nächste Mal möchte ich auf den Monte Capanne wandern, die Orte Marciana, Marciana Marina, Cavo, Villa Napoleonica, den Turm San Giovanni sowie viele Strände besuchen. Die Insel Elba ist zwar klein (30 km breit und 18 km lang), aber auch das ist zu viel für einen achttägigen Urlaub, wenn man überwiegend zu Fuß und auf dem Rad unterwegs ist. Trotzdem erkunde ich die Reiseziele am liebsten auf diese sportlich-aktive Art. Ich sehe weniger, aber dafür sind die Erlebnisse länger und intensiver. Ich strenge mich mehr an, genieße das Reiseziel mit allen Sinnen und erlebe viele Glückmomente, die ich am Strand und im Auto nicht haben würde.

Die Rückreise erfolgte durch die Schweiz. Wir übernachteten in einem kleinen Hotel am Comer See, gingen in der Altstadt von Como und am Ufer des Sees spazieren. Irgendwo in den Alpen, am malerischen Stausee Sufers machten wir eine Rast im Gasthof. Ich freute mich wieder auf die Berge, die vielen Wanderungen, die wir im Herbst unternehmen werden und stellte schon wieder fest: „Die Abwechslung macht das Leben spannend“.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.