Rennradtour auf den Fedaia-Pass in den Dolomiten am verregneten Herbsttag

Rennradtour Fedaia Pass

Normalerweise unternehme ich die Touren bei schönem Wetter. Für spontane Kurztrips suche ich mir immer Wochenenden aus, an denen die Wettervorhersage gut aussieht. So war es auch mit dem Kurzurlaub in den Dolomiten am letzten Wochenende. Wir unternahmen zwei schöne Bergtouren am Freitag und Samstag. Aber am Sonntag regnete es ziemlich stark schon früh am Morgen. Gegen Mittag lockerte sich der Himmel ein bisschen auf. Mein Freund schlug vor, eine Rennradtour zum Fedaia-Pass zu unternehmen. Im ersten Moment hatte ich überhaupt keine Lust, denn der Fedaia-Pass auf 2057 m liegt. An solchen verregneten Tagen Ende September ist es auf dieser Höhe sehr kalt. Statt die Sauna in unserem hübschen 3-Sterne Hotel Vajolet zu besuchen, ließ ich mich von meinem Freund zur Rennradtour überzeugen.
Zunächst ging es mit dem Auto zum Ort Canazei, der sich auf der Höhe 1450 m befindet. Dort nieselte es ein wenig. Für die Abfahrt nahm ich eine warme Bergjacke, Mütze und Handschuhe mit.

Das war nicht meine erste Rennradtour auf einen Pass. Vor zwei Jahren ist es mir gelungen, von Kaltern auf den Mendelpass hinaufzufahren. Da der Pass ziemlich sanft bis auf 1362 Meter verläuft, war es eine angenehme Fahrt.

Mit dem Fedaia-Pass, trotz der größeren Steigungen, klappte es auch ziemlich gut. Ich musste zwar ein paar Mal das Rennrad etwas schieben, aber wir erreichten den Dolomiten-Pass nach ca. 2 Stunden. Das Wetter war wie erwartet – 4 Grad. Um uns aufzuwärmen, besuchten wir die Marmelada-Hütte, das einzige noch offene Lokal.

Nach einer Pause mit Kaffee und Kuchen machten wir ein paar Bilder. Danach begannen wir mit der Abfahrt. Ich hatte riesigen Bammel. Die steil verlaufende Straße mit unzähligen Serpentinen war sehr nass. Ich traute mich nicht, schnell zu fahren, aber konnte auch nicht richtig bremsen. Trotz der warmen Jacke, fror ich und meine Hände wurden weiß (Rynaud Syndrom). Ich geriet in Panik. Als ich einen Wanderweg seitlich gesehen hatte, bremste ich stark und wollte nicht mehr fahren. In diesem Moment hätte ich beinahe mit dem Rennradfahren aufgehört.

Mein Freund fuhr alleine die Passstraße herunter. Um nicht zu frieren, ging ich mehrmals den Wanderweg schnell hinauf und herunter. Gleich beruhigte ich mich und genoss die Blicke auf die Marmolada-Gruppe. Leider war sie in den Wolken und kaum zu sehen. Zum Glück musste ich nicht lange warten, denn mein Freund schon nach einer halben Stunde mit dem Auto kam.

Aus dieser Erfahrung habe ich eine wichtige Sache gelernt. Outdoor-Aktivitäten sollte man nicht für jeden Preis unternehmen. Wenn das Wetter sehr schlecht ist, ist es oft vernünftiger, nach passenderen Alternativen zu suchen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.