Tipps für einen Winterurlaub in Südtirol – Wandern, Wintersport & Sightseeing

Winterurlaub in Südtirol

Südtirol, die deutschsprachige Provinz im Norden Italiens, gehört zu den beliebtesten Regionen in den Alpen. Die Urlauber aus Süddeutschland, Österreich und Italien können die Region ziemlich schnell mit dem Auto erreichen. Die Münchner brauchen nur drei bis vier Autostunden nach Südtirol. Bozen und Meran, die größten Städte der Provinz, sind auch gut mit der Bahn erreichbar.

Südtirol liegt inmitten der Alpen und fasziniert durch seine hohen Berge, sehenswerten Städte, malerischen Orte, unzähligen Burgen und Burgruinen, bezaubernden Bergseen, plätschernden Flüsse und Bäche, Weinberge und Apfelplantagen. Unzählige Touristen aus ganz Europa besuchen Südtirol in der warmen Jahreszeit. Besonders beliebt ist das Reiseziel bei Wanderern – das Südtiroler Wanderwegnetz ist über 16.000 Kilometer lang.

Ich war schon sehr oft in Südtirol. Die wunderschöne Region im Norden Italiens ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. In diesem Artikel habe ich für euch meine Tipps für einen aktiven Winterurlaub in Südtirol zusammengestellt.

Winterurlaub in Südtirol – Sightseeing und Aktivitäten

In Südtirol kommen Aktiv- und Genussurlauber auch im Winter auf ihre Kosten. Bei der Reiseplanung sind die Lage, die Kategorie und die Ausstattung des Hotels besonders wichtig. Die Provinz ist groß – vom Rechensee im Westen nach Sexten im Osten sind es mehr als 200 Kilometer. Die Aktivitäten sind durch kurze Tage, niedrige Temperaturen und viel Schnee in den Bergen ziemlich eingeschränkt. Daher empfehle ich euch die Buchung eines komfortablen 4-Sterne Hotels * mit Sauna oder Wellnessbereich. Für Aktivurlauber, die weniger Zeit im Hotel verbringen, reichen auch einfachere Hotels und Pensionen *.

Die schönsten Regionen in Südtirol, die Dolomiten und das Vinschgau, sind auch im Winter eine Reise wert.

Dolomiten – schönste Gipfel und Bergseen

Die nördlichste Provinz Italiens bietet unzählige Sehenswürdigkeiten, die auch im Winter gut erreichbar sind. Die Landschaft im Westen des Südtirols ist durch die Dolomiten geprägt. Die Gebirgskette beeindruckt durch ihre imposanten Felsmassive. Der größte Gipfel Marmolata ist 3342 Meter hoch. Sehr bekannt sind wegen ihren wunderschönen Formen auch die Drei Zinnen und der Rosengarten. In den Dolomiten liegen die schönsten Seen in Südtirol – der Pragser Wildsee, der Toblacher See, der Dürrensee, der Antholzer See, der Lago Misurina und der Lago Atorno. All die Bergseen liegen inmitten einer faszinierenden Berglandschaft auf 1400 bis 1800 Meter Höhe, sind umgeben von gigantischen Bergmassiven und frieren im Winter in der Regel zu. Um die Seen führen leichte Wanderwege, die zu ausgedehnten Winterspaziergängen einladen.

Drei Zinnen

Die formschönen Drei Zinnen sind zum Wahrzeichen des Südtirols geworden und gehören seit 2009 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders faszinierend sehen die Drei Gipfel von der Nordseite aus – von der Drei-Zinnen-Hütte (2405 m) und vom Rienzboden (2170 m). Allerdings ist die Nordseite im Winter schlecht zugänglich. Die Winterwanderungen von Sexten, vom Dürrensee und von der Auronzohütte aus können wir nur sehr erfahrenen und sportlichen Wanderern empfehlen, wenn keine Lawinengefahr besteht.

Auch von der Südseite sehen die Drei Zinnen sehr beeindruckend aus. Die Seite ist für weniger sportliche Urlauber ebenfalls gut erreichbar. Im Sommer kommt man mit dem Auto vom Lago die Antorno über die Mautstraße zur Auronzohütte (2330 m). Im Winter ist die Mautstraße gesperrt und man muss die Höhendifferenz von rund 500 Metern bewältigen. Der Aufstieg im Schnee ist wesentlich anstrengender als im Sommer, trotzdem ist die Winterwanderung zur Auronzohütte sehr beliebt. Wer es ganz bequem mag, kann die Hütte vom Atornosee mit einem Motorschlitten erreichen.

Die Auronzohütte bietet einen beeindruckenden Blick auf die Drei Zinnen, leckere Speisen und Getränke. Von dort aus ist die leichte Wanderung zur Lavarettohütte sehr beliebt – man wandert entlang des Drei-Zinnen-Massivs und muss keine Höhendifferenz bewältigen.

Misurinasee und Antornosee

Der Lago di Misurina liegt nicht in Südtirol, sondern in der Provinz Belluno. In dieser Region wird nur Italienisch gesprochen. Der malerische See liegt sehr malerisch auf der Höhe von 1756 Metern und bietet herrliche Blicke auf die Berge und die Drei Zinnen. Der See ist schnell von Toblach in Südtirol erreichbar. Der renommierte Wintersportort Cortina d’Ampezzo ist nur 15 Kilometer entfernt. In der winzigen Siedlung Misurina haben sich einige Hotels und Restaurants angesiedelt.

Nur ein Kilometer vom Misurinasee nördlich entfernt liegt der Antornosee, der ebenfalls einen wunderbaren Ausblick auf die Drei Zinnen bietet.

Pragser Wildsee

Neben den Drei Zinnen gehört der Pragser Wildsee zu den beliebtesten Fotomotiven in den Dolomiten. Der von riesigen Bergmassiven umgebende See sieht im Sommer sehr idyllisch aus. Aber auch im Winter lockt der Bergsee Tausende Urlauber an. Viele Leute trauen sich, auf dem zugefrorenen See spazieren zu gehen. An vielen schneereichen Tagen erleben die Gäste am Pragser Wildsee ein wahres Winterwonderland.

Der See ist nur wenige Autominuten von Toblach entfernt, bietet einen riesigen Parkplatz an und Einkehrmöglichkeiten im Restaurant des Hotels Pragser Wildsee und in der kleinen Bar. Am Abend können die Gäste die herrliche Sonnenuntergangsstimmung erleben.

Vinschgau – die idyllische Region zwischen dem Rechensee und Meran

Der Vinschgau, im Westen des Südtirols, erstreckt sich zwischen dem Rechensee und Meran. Die idyllische Region hat eine einmalige Lage im Etschtal und ist umgeben von hohen Gipfeln. Der höchste Gipfel, der Ortler, erreicht fast 4000 Meter. Die imposanten weißen Gletscher vom Ortler und von den anderen Dreitausendern sind von allen Ecken im Vinschgau zu bestaunen. Im Vinschgau gibt es überall riesige Apfelplantagen und Weinberge. Auf den Berghängen liegen sehenswerte Burgen und geheimnisvolle Burgruinen. Die malerischen Orte sind perfekte Ausgangspunkte für leichte Winterwanderungen.

Rechensee

Der wunderschöne Reschensee liegt auf 1500 Meter Höhe im Westen des Vinschgaus. Der Stauseee wurde aus drei Seen 1950 gestaut. Bei der Stauung versank das Dorf Graun und ein Teil des Dorfs Reschen. Sehr beeindruckend ist der aus dem See ragende Kirchturm von Graun.

Langtauferer Tal

Östlich vom Reschensee erstreckt sich das wunderschöne Langtauferer Tal. Am Ende des Tals liegt auf knapp 2000 Meter das idyllische winzige Bergdorf Melago, das durch seine einmalige Lage vor dem riesigen Gletscher der Weißkugel beeindruckt. Der Ort ist ein perfekter Ausgangspunkt für Spaziergänge, kleine Winterwanderungen und Langlaufen zur Melager Alm.

Skigebiete Sulden und Schnalstal

Mit dem Auto erreicht man auch die Skigebiete Sulden und Schnalstals, die ebenfalls auf knapp 2000 Metern Höhe liegen und daher relativ schneesicher sind. Hier kommen nicht nur Skifahrer und Langläufer auf ihre Kosten. Die Skigebiete liegen vor riesigen Gletschern und bieten atemberaubende Ausblicke auf die weißen Berge. Man kann hier im Winter herrlich spazieren, rodeln und leichte Wanderungen unternehmen. Wer die faszinierende, hohe Bergwelt auf 3000 Metern erleben möchte, fährt mit der Gondel zu den Skigebieten Madrischhütte (Sulden) oder Hotel Grawand (Schnalstal).

Meran

Meran ist die zweitgrößte Stadt des Südtirols. Die Stadt liegt malerisch im Etschtal und ist von hohen Bergen umgeben. Diese Lage schützt Meran von extremen Niederschlägen und starken Winden. Daher ist das Klima in dieser Ecke des Südtirols sehr mild und mediterran geprägt – in der Stadt wachsen zahlreiche Palmen und mediterrane Pflanzen. Zu den größten Sehenswürdigkeiten von Meran gehören die Thermenanlage mit dem schönen Park, das Kurhaus und die Passer Promenade. Ein Muss für alle Besucher sind die wunderschönen Gärten von Schloss Trauttmansdorff südlich von Meran.

Wintersport in Südtirol

Südtirol ist ein perfektes Reiseziel für Wintersportler wie Skifahrer, Snowboarder, Langläufer, Skitourengeher und Schneeschuhwanderer.

Wichtigste Skigebiete in Südtirol

Den Skifahrern und Snowboardern stehen in Südtirol 47 Skigebiete zur Verfügung. Zu den größten gehören Gröden, Alta Badia, Kronplatz, 3 Zinnen/Dolomiten, Schöneben/Haideralm, Seiser Alm, Glitschberg Jochtal, Latemar/Obereggen, Sulden am Ortler, Plose/Brixen, Carezza Ski und Meran 2000. Alle genannten Skigebiete verfügen über eine Pistenlänge von mindestens 40 Kilometern, Pisten aller drei Schwierigkeitsstufen, zahlreiche Lifte und Skihütten.

Langlaufen in Südtirol

Das Langlaufen gehört zu den gesündesten Wintersportarten und im Gegensatz zum Alpinski kann auch im Erwachsenalter schnell erlernt werden. Es lohnt sich, im Ferienort das Langlaufski zu leihen und das Langlaufen auf einer einfachen (flachen) Loipe auszuprobieren. Noch besser klappt es, wenn man an einem Schnupperkurs teilnimmt und in die Technik ein wenig beherrscht. Es gibt zwei Techniken – das Klassische Langlaufen und Skating. Allerdings ist zweite Technik wesentlich schwieriger und erfordert eine bessere Kondition.

In Südtirol gibt es Loipen verschiedener Schwierigkeitsstufen, die sowohl für Anfänger als auch Profis geeignet sind. Das größte Langlaufgebiet im Südtirol, das Hochpustertal, verfügt über 200 Kilometer Loipen. Das Zentrum für Langläufer ist das Langlaufstation in Toblach. Von hier aus können die Sportler bis nach Cortina d’Ampezzo langlaufen und herrliche Ausblicke auf die Dolomiten genießen.

Das Langlaufzentrum Antholz bietet das Loipennetz von 30 Kilometern, die sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet sind. Hier findet jedes Jahr der berühmte Biathlon Weltcup statt. Die Zuschauer versammeln sich im Biathlonzentrum am wunderschönen Antholzer See.

Die Langlaufgebiete Gsieser Tal (östlich vom Antholzer Tal) und Riednaun (in der Nähe von Stetzing) verfügen über je 30 Kilometer Talloipen.

Wenn nicht ausreichend Schnee auf den Talloipen liegt, stehen den Langläufern in Südtirol die Höhenloipen zur Verfügung. Sie liegen auf 1800 bis 3000 Meter Höhe und sind wesentlich anspruchsvoller. Zu den wichtigsten Höhenloipen in Südtirol gehören Sulden, Plätzwiese bei Prags, Würzjoch im Gadertal, Skigebiet Rittner Horn, Seiser Alm und Schnalstal. Zwischen Mitte September und Mitte Dezember steht den Profis die Gletscherloipe Hochjoch (auf 3000 Meter Höhe im Schnalstal) zur Verfügung. Viele von den Höhenloipen bieten auch den Anfängern flache Strecken. Das Langlaufen auf den schneesicheren Loipen auf der Höhe von über 1800 Metern ist ein besonderes Erlebnis, verspricht grandiose Bergpanoramen und viel Sonnenschein.

Schneeschuhwandern in Südtirol

Im Winter erfreuen sich Schneeschuhwanderungen einer zunehmenden Beliebtheit. Die Wanderer genießen unberührte Natur und weiße Berglandschaften, allerdings sind hier Erfahrung und Beachtung der Schneelage (Lawinengefahr) zwingend erforderlich. Wer keine Erfahrung hat, sollte eine geführte Schneeschuhwanderung im Hotel oder Ferienort buchen. Sehr beliebt sind die geführten Touren von der Plätzwiese auf den Strudelkopf (2400 m) in den Dolomiten. Die mittelschwere Schneeschuhwanderung mit 350 Metern Höhenunterschied verspricht einen atemberaubenden Ausblick auf die Drei Zinnen und unvergessliche Erlebnisse.

 

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