Wandern zu den Spronser Seen

Spronser Seen Wandern

Am letzten Wochenende habe ich drei Tage in Dorf Tirol verbracht. Der schöne Ferienort liegt oberhalb von Meran, umgeben von Weinbergen und Apfelplantagen, bietet herrliche Ausblicke auf die Berge und die Kurstadt sowie hervorragende Wandermöglichkeiten.




Der malerische Gasthof Tiroler Kreuz, der sich in 806 Meter Höhe am Ende der Straße von Dorf Tirol befindet, ist der perfekte Ausgangspunkt für eine Wanderung zu den Spronser Seen.

Die hochalpine Seenplatte besteht aus zehn Seen, die aus Gletschern entstanden sind. Der größte See, der Langsee, liegt auf 2384 m und ist ca. 20 Hektar groß. Der höchstgelegene See ist der Schwarzsee (2589 m). Vom Tiroler Kreuz aus erreicht man am schnellsten den Kasersee (2117 m).

Zum ersten Mal habe ich diese Alpenregion vor zwei Jahren Ende März besucht. Mit meinem Freund wanderte ich auf Schneeschuhen durch die verschneiten Berge fast bis zur Oberkaseralm (2131 m) und auf den leichten Zweitausender Fischbühel. Zu dieser Jahreszeit herrschte in den Bergen noch der Winter. Solch eine abenteuerliche Wintertour ist nur für erfahrene Bergsteiger unter Beachtung der Lawinenlage zu empfehlen.

Im Sommer ist es eine technisch leichte Wanderung mit 1300 Metern Höhenunterschied (bis zur Oberkaseralm). Viele Wanderer übernachten in der idyllischen Alm und wandern am nächsten Tag auf der hochalpinen Seenplatte.

Wandern zu den Spronser Seen – Tourendaten:

  • Ausgangspunkt: Dorf Tirol (596 m)
  • Ziel: Kleiner Milchsee (2540 m)
  • Gipfel: Fischbühel (2191 m)
  • Bewirtschaftete Hütten: Bockerhütte (2700 m) und Oberkaseralm (2131 m)
  • Strecke: 30 Kilometer (hin und zurück auf dem selben Weg)
  • Höhendifferenz: circa 2000 Höhenmeter (Auf- und Abstieg)
  • Schwierigkeit: technisch leicht, konditionell sehr anspruchsvoll
  • Dauer: rund 11 Stunden für normale Wanderer

Meine Empfehlungen*:

Mein Tourenbericht

Ich startete nach dem Frühstück von meinem Hotel Garni Dorothea in Dorf Tirol. Auf der wenig befahrenen Hauptstraße wanderte ich zum malerischen Gasthof Tiroler Kreuz (806 m). Alternativ kann man mit dem Bus oder Auto von Dorf Tirol zum Gasthof fahren. Weiter ging es im Wald auf der Forststraße, die zum Gasthof Longfallhof führt. Danach wanderte ich auf einem Wanderweg im Spronser Tal, immer am plätschernden Finelebach entlang. Oberhalb des Gasthofs Longfallhof, an dem man direkt nicht vorbeigeht, entdeckte ich einen idyllischen Platz mit einem kleinen Wasserfall. Ich stieg ab und legte dort meine erste Pause ein.

Der Wanderweg ist gut beschildert (Richtung Bockerhütte und Spronser Seen). Einige Male musste ich Stellen mit verheerenden Überresten von Lawinen überqueren. Diese Lawinen haben wir auf unserer Wintertour gesehen – damals mussten sie ziemlich frisch gewesen sein.

Auf circa 1200 Metern hörte der Wald auf und ich konnte Traumblicke über dem Etschtal bis zu den Dolomiten genießen. Ich ging zwischen gigantischen, grünen Felswänden und einem Zaun. Bald erreichte ich die erste Alm, die Kügleralm (1479 m).

Bei der Spronseralm (1628 m) legte ich eine weitere Pause ein. Hier ging es sehr idyllisch zu – neben den Almhäusern rasteten unzählige Kühe auf den grünen Wiesen. Ihre Glocken waren von Weitem zu hören. Beim Aufstieg hatte ich dauernd unsere Winterwanderung vor Augen. Die Gegend war damals sehr verschneit – bei der Spronseralm mussten wir Schneeschuhe anlegen.

Nach einer halben Stunde an diesem traumhaften Ort wanderte ich schnell zur bewirtschafteten Bockeralm (1700 m) hinauf. Ich unterhielt mich kurz mit dem Wirt und zwei anderen Wanderern, danach überquerte ich eine Brücke und ging an weiteren Almhäusern vorbei. Ich wäre so gerne länger geblieben, aber mein Ziel waren ja die Spronser Seen.

Der Wanderweg verlief nun an einem Bach und vielen winzigen Wasserfällen entlang. Überall blühten rosarote Alpenrosen, die ich mit Begeisterung fotografierte. Bald konnte ich auf der linken Seite den Fischbühel erkennen, auf den wir im März vor zwei Jahren hinaufgewandert sind.

Vorne plätscherte ein riesiger Wasserfall, bald konnte ich auch den ersten See, den Kasersee, und die Oberkaseralm sehen – traumhaft schön! Plötzlich überquerten einige Bergziegen meinen Weg. Sie hatten keine Angst und schauten mir neugierig zu. Mit meiner Kamera lief ich ihnen zwischen den Steinen hinterher und konnte ein paar schöne Fotos knipsen.

Danach wanderte ich auf den Fischbühel (2195 m). Im Winter war der Aufstieg sehr mühsam gewesen, jetzt ging schnell hinauf. Auf dem Gipfel fiel mir auf, dass das seltsame Gipfelkreuz nicht so klein ist, wie es damals im Winter schien. Als ich die beiden Bilder meinem Sohn zeigte, stellte er fest „Mama, die Schneedecke war fast so hoch wie du!“.

Ich machte eine längere Rast auf dem Gipfel, danach lief ich zum Kasersee hinunter. Der Weg zur Oberkaseralm (2131 m) führte über eine kleine Holzbrücke – das war ein tolles Fotomotiv. In der Alm bestellte ich nur ein Spezi – es war schon spät und ich wollte weiter zum größten See wandern.

Die Höhendifferenz von 300 Metern bewältigte ich ziemlich flott. Bald konnte ich die ersten Ausblicke über den Kasersee und Pfitscher See genießen. Zunächst erreichte ich den Grünsee (2338 m) und bald auch den Langsee (2384 m). Beide Seen haben kleine, malerische Wasserfälle, die jedoch ziemlich künstlich aussehen; zwischen ihnen fließt ein Bach. Im Langsee lebt der Saibling – der Eigentümer des Schlosses Auer in Dorf Tirol hat Fischereirechte für den See. Danach wanderte ich am Nordufer des Langsees entlang.

Oberhalb des Sees kann man einen tollen Ausblick über den Langsee und Grünsee genießen. Hier legte ich eine kleine Fotopause ein und ging noch 180 Meter zum Kleinen Milchsee hinauf. Beim Aufstieg sah ich eine Horde von Bergziegen, die auf Berghängen unterwegs waren. Am Kleinen Milchsee lag noch viel Schnee. Zum letzten See, dem Großen Milchsee, der gleich in der Nähe war, wollte ich über den Schnee nicht mehr gehen.

Es war schon sehr spät, 17.30 Uhr, und ich musste endlich mit dem Abstieg beginnen. Für normale Wanderer wäre die 15-Kilometer-lange Strecke mit 2000 Metern Höhendifferenz vor dem Einbruch der Dunkelheit nicht zu bewältigen. In Trailrunning-Schuhen, mit kleinem Rucksack und viel Erfahrung beim Trailrunning schaffte ich den Abstieg schnell. Zwei Stunden später erreichte ich mein Hotel, genoss eine warme Dusche und das Abendessen bei Sonnenuntergang in der benachbarten Pizzeria Lindenwirt.

 

 

 

 

 

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