Wer sich abseits der Touristenpfade bewegt, findet an jedem Reiseziel wunderschöne Landschaften und unberührte Orte

Ibiza - Es-Vedra

Ich liebe Reisen, aber träume nicht von fernen und exotischen Zielen. Egal, welches Reiseziel ich besuche, finde ich wunderschöne Landschaften und unberührte Orte. Der Grund ist ziemlich einfach. Seit mehreren Jahren bewege ich mich inmitten der Natur am liebsten zu Fuß und mit dem Rad. Auch im Urlaub erkunde ich unbekannte Gegenden am liebsten beim Wandern, Laufen und auf Radtouren. Daher erreiche ich ziemlich schnell wunderschöne Orte und kann atemberaubende Landschaften genießen, wo kaum andere Touristen unterwegs sind. Am Strand oder Hotelpool verbringe ich wenig Zeit und es stört mich nicht, dass ich hier nicht alleine bin.

Von vielen Reisebloggern, Freunden und Bekannten höre ich immer wieder, dass sie Reiseziele meiden wollen, die touristisch sehr überlaufen sind. Das kann ich nur schlecht nachvollziehen. Wenn ich den ganzen Tag lang inmitten der Natur unterwegs bin, stört mich der Trubel im Ferienort und Hotel am Vormittag, Abend oder gelegentlich am Strand nicht. Ganz im Gegenteil. Es ist doch eine perfekte Kombination.

Vor 2 Jahren habe ich eine Woche Urlaub auf Fuerteventura gemacht. Das war mein zweiter Aktivurlaub. Wir erkundeten mit meinem Freund beim Wandern und Radfahren die karge Kanaren-Insel. Auf dem Wanderweg zum höchsten Berg Fuerteventuras, dem Pico de la Zarza (807 m), trafen wir nur ein paar andere Wanderer. Vom Gipfel aus konnten wir die grandiosen Blicke über die Insel ganz alleine genießen. Mit den Rennrädern erreichten wir die einsamen Strände und Buchten in La Pared auf der Westküste der Insel. Auf der Schotterpiste zum geheimnisvollen Ort Cofete mit seinem wilden, kilometerlangen Strand waren wir die einzigen Radfahrer. Auf dem kilometerlangen Sandstrand von Jandia waren wir nie alleine, aber das hat uns nicht gestört, weil wir hier wenig Zeit verbrachten. Wir wohnten im beliebten Ferienhotel Fuerteventura Princess. Das Frühstücken und Abendessen im Hotel war sehr praktisch. Ich vermisste keine einsame Finca, weil ich im Urlaub weder Zeit noch Lust auf Selbstversorgung habe.

Ein Jahr später habe ich einen Wanderurlaub auf Madeira gemacht. Diesmal erkundeten wir die wunderschöne Insel ausschließlich zu Fuß. Unseren Mietwagen nutzten wir, um die Startpunkte der Wandertouren zu erreichen. Die Hauptstadt Madeiras Funchal, die touristisch ziemlich überlaufen war, besuchten wir nur kurz. Stattdessen genossen wir die gigantischen Blicke über den Atlantik und die wunderschöne Natur der grünen Insel beim Wandern.

Vor einem Jahr habe ich alleine Inselhopping in Griechenland gemacht. Ein paar Tage verbrachte ich in Athen und auf Santorin. Ich muss zugeben, die Touristenströme in der Akropolis waren selbst für mich kaum zu ertragen. Ich hatte keine Lust ewig in der langen Schlange zu stehen und flüchtete mit der U-Bahn zum Strand. Spät am Abend war dort nicht mehr viel los und ich konnte die weltberühmten antiken Sehenswürdigkeiten besichtigen. Ähnlich ging es in den wunderschönen Orten Fira und Oia auf Santorin zu. Unzählige Kreuzfahrt-Gäste und sonstige Touristen waren in den engen Gassen unterwegs. Auf dem 10-Kilometer-langen Wanderweg auf dem Krater zwischen Fira und Oia traf ich wiederum nur ein paar andere Touristen. Die spektakulären Blicke konnte ich ungestört genießen.

Die italienische Insel Elba ist im Sommer sicher kein Geheimtipp für Individualtouristen, die Einsamkeit und Ruhe schätzen. Trotzdem verbrachte ich mit meinem Freund im letzten September eine wunderschöne Woche auf der Mittelmeer-Insel . Die kleinen Sandstrände waren sehr überlaufen, aber das hat uns nicht gestört. Vor dem Frühstück liefen wir am Strand entlang und badeten im warmen Meer. Um die Uhrzeit waren noch wenige Leute dort. Auf Wanderwegen genossen wir die herrlichen Blicke über die Küste und die Einsamkeit. Auf der Halbinsel Stella entdeckten wir kleine Kiesstände und felsige Küstenabschnitte, die wir nur für uns hatten.

Ähnliche Erfahrungen habe ich in diesem Monat auf Ibiza gesammelt. Diesmal war mein schulpflichtiger Sohn (11) dabei. Aus diesem Grund konnten wir keine großen Wanderungen und Radtouren unternehmen. Wir verbrachten viel Zeit an den gut besuchten Stränden. Trotzdem hat mich der touristische Trubel nicht gestört. Vor dem Frühstück und Abendessen lief ich auf kleinen, ruhigen Straßen und Wanderwegen. Ich entdeckte einsame Orte inmitten der mediterranen Vegetation Ibizas, die wunderschöne Blicke über das Meer boten. Am Strand wanderte und kletterte ich zu tollen Aussichtspunkten, um die Strände von oben zu fotografieren. Mit meinem Sohn machten wir eine kleine Wanderung zu einem der spektakulärsten Orte Ibizas, dem Piratenturm mit einem grandiosen Blick auf die Felseninsel Es Vedra. Es war heiß und anstrengend für meinen Sohn, aber es lohnte sich. Einmal erlebte ich mit meinem Freund die wunderschöne Sonnenuntergangstimmung bei einem Glas Rotwein auf einem Wehrturm in der Nähe unseres Ferienortes Port de Sant Miquel. Ein großes Erlebnis für meinen Sohn und mich war eine 4-stündige Bootsfahrt vom Strand Es Figueral Richtung offenes Meer und zu einer idyllischen einsamen Bucht.

Solche Erlebnisse bleiben tief in Erinnerung. Daher war es für mich ziemlich egal, dass die Strände und Ferienorte überlaufen waren. Wer sich am Reiseziel nur am Strand und im Ferienort aufhält und die Top-10-Sehenswürdigkeit aus Reiseführern abhaken will, muss zu weniger bekannten Reisezielen fliegen und mehr Geld ausgeben. Ich bin mit meinen Aktivurlauben am Mittelmeer und auf den Kanarischen Inseln sehr glücklich.

 

 

 

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