Home Kroatien Hvar mit dem Segelboot – unsere neue Heimat auf Zeit in Südkroatien

Hvar mit dem Segelboot – unsere neue Heimat auf Zeit in Südkroatien

by sport-tours-travels
Hvar Segelboot - neue Heimat

Seit März hat unser zweites Segelboot ein neues Zuhause: die Insel Hvar in Kroatien. Unsere neue Bavaria Cruiser liegt in der ACI Marina Vrboska und Hvar fühlt sich inzwischen wie eine zweite Heimat an.

Von Cres nach Hvar

Unsere Geschichte mit dem eigenen Segelboot in Kroatien begann vor zwei Jahren auf Cres. Dort haben wir unser erstes kleines Segelboot gekauft, das in der ACI Marina Cres liegt.

Mit der kleinen Viko haben wir einige wunderschöne Törns erlebt. Wir waren zwischen Istrien und den Kornaten unterwegs, haben in kleinen Häfen festgemacht, in einsamen Buchten geankert und Kroatien vom Wasser aus noch einmal ganz anders kennengelernt.

Cres ist eine wunderschöne Insel und nur 650 von München entfernt. Irgendwann mussten wir uns aber eingestehen: Unser Boot war uns einfach zu klein. Acht Meter klingen zunächst gar nicht so wenig. Wenn man aber längere Zeit zu zweit auf dem Boot verbringt, darauf lebt und teilweise auch arbeitet, merkt man jeden zusätzlichen Meter. Uns fehlten vor allem Platz und Komfort. Wir wollten einen richtigen Wohnraum, eine vernünftige Küche, mehr Stauraum und einen Ort, an dem ich auch einmal mehrere Stunden mit meinem Laptop sitzen und arbeiten kann.

Es begann die Suche nach einem neuen Boot. Wir haben uns mehrere gebrauchte Segelboote südlich von Zadar angesehen und waren im Oktober sogar an der Ostsee.

Cres - Segelboot

Unsere neue Bavaria Cruiser

Im Dezember war es dann so weit. In der Marina Sukosan bei Zadar haben wir eine rund zehn Meter lange Bavaria Cruiser gekauft.

Auf dem Papier ist unsere neue Yacht nur etwa zwei Meter länger als unser altes Boot. Der entscheidende Unterschied sind aber die 1,6 Meter mehr Breite: Unser erstes Segelboot ist gerade 2 Meter breit, die Bavaria ist 3,6 Meter breit. Und macht auf einem Boot einen riesigen Unterschied – die Bavaria ist eine kleine, komfortable Yacht.

Auf der Bavaria ist das komplett anders. Wir haben einen richtigen, geräumigen Salon, können uns bewegen, haben wesentlich mehr Stauraum und auch das Cockpit bietet viel mehr Platz. Wir können beide auf dem Boot sein, ohne uns ständig gegenseitig aus dem Weg gehen zu müssen. Es gibt zwei Kajüten, eine Küche mit vielen Schränken und großem Kühlschrank und ein Bad sogar mit Dusche.

Das macht sich besonders bemerkbar, weil wir unsere Yacht nicht nur für kurze Segelurlaube nutzen. Wir verbringen teilweise mehrere Wochen am Stück auf der Bavaria und ich arbeite während dieser Zeit ganz normal weiter.

Dafür ist der Salon perfekt. Am großen Tisch kann ich bequem mehrere Stunden mit meinem Laptop arbeiten. Und wenn das Wetter optimal ist, wird das Cockpit zum Büro – auch dort ist der Tisch groß genug zum Arbeiten.

Da ich selbständig bin und zu 100 Prozent ortsunabhängig arbeiten kann, funktioniert dieses Leben für mich sehr gut. Mein Freund ist ebenfalls selbständig, kann aber nur einen Teil seiner Arbeit von unterwegs erledigen. Deshalb leben wir nicht dauerhaft auf Hvar, sondern pendeln regelmäßig zwischen München und Kroatien.

Unsere Bavaria ist damit nicht nur unser Segelboot. Wenn wir auf Hvar sind oder auf Törn gehen, ist sie unser Zuhause – und für mich ziemlich oft auch mein Büro.

Bavaria Cruiser 34 - Wohnraum

Ein Segeltörn auf der Suche nach unserem neuen Zuhause

Als wir die Bavaria im Dezember übernommen hatten, stand die nächste Frage an: Wo soll unser neues Boot eigentlich liegen? Wir wollten weiter in den Süden und haben die Überführung deshalb gleich mit der Suche nach einem neuen Liegeplatz verbunden.

Von der Region Zadar ging es mit unserer neuen Bavaria über Šibenik, Šolta, Brač, Hvar und Korčula weiter Richtung Dubrovnik und schließlich bis nach Montenegro.

Eine ziemlich lange Tour für Dezember, aber gleichzeitig eine wunderbare Möglichkeit, unterschiedliche Segelreviere und Marinas kennenzulernen. Das Wetter war herrlich – wir haben bis Ende Dezember fast jeden Tag Sonne und Temperaturen um die 15 Grad genossen.

Unterwegs haben wir uns mehrere mögliche Liegeplätze angesehen. Einer davon gefiel uns auf Anhieb besonders gut: die ACI Marina Vrboska auf Hvar. Das idyllische Dort Vrboska ist klein, ruhig und liegt tief in einer geschützten Bucht. Genau das Gegenteil von einer großen, hektischen Marina. Gleichzeitig hat man von hier aus ein fantastisches Segelrevier direkt vor der Haustür.

Kroatien - Korcula

Unfreiwillig zwei Monate in Montenegro

Nach dem Jahreswechsel sollte unsere Bavaria eigentlich wieder zurück nach Kroatien. Doch das Winterwetter hatte andere Pläne. Stürme und schlechte Wetterbedingungen machten eine sichere Rückfahrt unmöglich. So musste unser neues Boot nach Neujahr erst einmal für rund zwei Monate in der schicken Marina Portonovi in Montenegro bleiben.

Bei einem Segelboot lernt man ziemlich schnell, dass sich nicht alles planen lässt. Am Ende entscheidet eben doch das Wetter. Erst Anfang März konnten wir unsere Bavaria schließlich nach Hvar bringen und seitdem liegt sie dort.

Montenegro - Marina Porto Novi

Angekommen in Vrboska

Mittlerweile haben wir zusammengerechnet schon mindestens drei Monate auf Hvar und auf Segeltörns rund um die Insel verbracht. Wir fahren immer wieder für mehrere Wochen nach Kroatien, leben und arbeiten auf dem Boot, segeln los – und irgendwann geht es wieder zurück nach München.

Wir haben uns ziemlich schnell in die Insel verliebt. Cres ist auch eine wunderschöne Insel und wir hatten dort eine tolle Zeit. Trotzdem empfinden wir Hvar als wesentlich abwechslungsreicher. Außerdem kennen wir die Insel noch nicht so gut wie Cres nach zwei Jahren.

Da sind zunächst die Orte. Hvar-Stadt mit seinem mediterranen Leben und dem wunderschönen Hafen ist natürlich der bekannteste Ort der Insel. Aber Jelsa, Stari Grad und unser kleines Dorf Vrboska sind genauso schön.

Dazwischen liegen kleine Dörfer, Weinberge, Olivenhaine und eine überraschend bergige Landschaft. Die höchsten Berge Hvars erreichen über 600 Meter. Für eine Insel, die viele wahrscheinlich vor allem mit Stränden, Beachclubs und Segelyachten verbinden, gibt es erstaunlich viele Möglichkeiten zum Wandern.

Hvar - Vrboska

Hvar ist für uns viel mehr als Strand und Meer

Wir sind ohnehin selten Menschen, die einen ganzen Tag einfach am Strand liegen. Auf Hvar können wir Segeln, Wandern, Radeln, die kleinen Orte erkunden oder mit dem Auto irgendwohin fahren und die Insel entdecken.

Und natürlich gibt es überall das Meer. Hvar hat unzählige Buchten und Strände. Manche sind gut besucht, andere erstaunlich ruhig. Es gibt felsige Küstenabschnitte, typische kroatische Kiesstrände und sogar kleine Sandstrände.

Gerade vom Segelboot aus entdeckt man noch einmal ganz andere Plätze. Man sucht sich am Nachmittag eine geschützte Ankerbucht, lässt den Anker fallen, springt ins Wasser und bleibt einfach über Nacht.

Wenn die letzten Ausflugsboote verschwunden sind und langsam Ruhe in die Bucht kommt, beginnt für uns oft die schönste Zeit des Tages; Abendessen im Cockpit und ein Sonnenuntergang beim Glas Wein.

Und genau für solche Momente wollten wir ein eigenes Segelboot haben.

Hvar Wandern

Unser neues Segelrevier: Hvar, Brač, Vis und Korčula

Auch seglerisch gefällt uns unser neues Zuhause deutlich besser als ACI Marina Cres. Wir haben viele Inseln in der Nähe – Brač (nur 10 km entfernt), Solta, Vis, Korčula sowie die Makarska Riviera und die Halbinsel Pelješac mit riesigem Gebirge. Dubrovnik und Montenegro sind auch nicht so weit entfernt.

Seit April haben wir bereits einige Törns mit unserer Bavaria unternommen. Von Hvar aus waren wir unter anderem rund um Brač unterwegs, sind nach Vis und Biševo gesegelt und haben die Makarska Riviera vom Wasser aus erkundet.

Die Möglichkeiten sind riesig. Man kann nur für ein Wochenende losfahren und sich eine schöne Bucht auf Hvar oder Brač suchen. Oder man macht einen längeren Törn Richtung Vis und Biševo. Auch das Festland mit der Makarska Riviera ist schnell erreichbar.

Dabei übernachten wir besonders gerne in Ankerbuchten. Natürlich ist eine Marina manchmal praktisch: Strom, Wasser, Dusche, Restaurant und ein sicherer Liegeplatz. Aber das Gefühl, abends in einer ruhigen Bucht vor Anker zu liegen, ist schwer zu übertreffen.

Makarska - Segelboot

Arbeiten auf dem Segelboot

Da wir so viel Zeit auf Hvar verbringen, ist unsere Bavaria für uns inzwischen nicht nur Segelboot und Ferienwohnung, sondern teilweise auch Büro. Für mich funktioniert das erstaunlich gut.

Unter Deck haben wir einen geräumigen Wohnbereich mit einem großen Tisch. Dort kann ich bequem mit meinem Laptop arbeiten. Wenn es draußen nicht zu heiß ist, sitze ich noch lieber im Cockpit.

Natürlich gehört ein bisschen Organisation dazu. Internet muss funktionieren und Strom muss vorhanden sein. Aber auch das ist in Kroatien meistens kein Problem. Wir haben auf der Bavaria eine riesige Powerstation Bluetti und zwei Photovoltaikmodule – und Sonne hat man in Süddalmatien genug, auch in der kalten Jahreszeit. Wir können bequem auf der Induktionsplatte kochen und sogar in der Ankerbuchten staubsaugen.

Grundsätzlich kann ich auf der Bavaria genauso arbeiten wie im Münchner Norden. Mit einem entscheidenden Unterschied: Ich wache auf und frühstücke am Meer. Ich trinke Kaffee mit Meerblick. Zwischen der Arbeit kann ich ins Wasser springen. Und nach Feierabend klappe ich den Laptop zu und bin bereits dort, wo andere erst in den Urlaub hinfahren.

Ina - Segelboot, Laptop

Zwischen München, Hvar und den Bergen

Da mein Freund beruflich nicht komplett ortsunabhängig ist, gehört das Pendeln inzwischen zu unserem Alltag. Wir fahren relativ häufig zwischen München und Hvar hin und her. Das klingt zunächst nach einer ziemlich langen Strecke – für uns ist aber sogar die Anreise ein Teil dieses neuen Lebens geworden.

Denn wir verbinden die Fahrten gerne mit einer weiteren Leidenschaft: dem Wandern. Auf dem Weg nach oder von Kroatien legen wir oft Zwischenstopps in den Alpen ein und gehen dort wandern. Und wenn wir durch die Makarska Riviera fahren, zieht es uns ins Biokovo-Gebirge.

Der Kontrast könnte kaum größer sein: an einem Tag mit Wanderschuhen in den Bergen, kurze Zeit später im Meer schwimmen und barfuß auf dem Segelboot sitzen.

Ich liebe diese Kombination.

Hvar ist unsere neue Heimat auf Zeit

Als wir vor zwei Jahren unser erstes kleines Segelboot auf Cres gekauft haben, wussten wir noch nicht, wohin uns dieses Abenteuer führen würde. Wir wollten einfach segeln und Kroatien vom Wasser aus entdecken. Irgendwann wollten wir weiter hinaus und vor allem mehr Platz und Komfort – und so waren wir im Dezember plötzlich mit unserer größeren Bavaria auf der Suche nach einem neuen Liegeplatz entlang der kroatischen Küste bis nach Montenegro unterwegs.

Heute liegt unser Boot in Vrboska auf Hvar, und im Moment können wir uns kaum einen schöneren Platz vorstellen. Die Insel bietet uns genau die Mischung, die wir mögen: Berge und Wanderwege, schöne Orte wie Hvar-Stadt, Stari Grad, Jelsa und Vrboska, kleine Dörfer, unzählige Buchten und Strände – und direkt vor der Haustür ein abwechslungsreiches Segelrevier, in dem wir noch sehr viel entdecken möchten.

Unsere Bavaria ist dabei zu unserem kleinen schwimmenden Zuhause geworden – Segelboot, Ferienwohnung und für mich auch Büro. Cres wird für uns immer etwas Besonderes bleiben, denn dort hat unser Abenteuer mit dem eigenen Boot begonnen. Aber im Moment heißt unsere Heimat auf Zeit: Hvar.

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