Mit dem Rennradfahren beginnen- meine Erfahrungen und Tipps für Anfänger

Rennradfahren im Münchner Norden

Das Rennradfahren gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten Sportarten. Immer mehr Freizeitsportler nehmen an Triathlons, kleinen Ironmans 70.3 und sogar an anspruchsvollen großen Ironmans teil. Auch Frauen haben längst das Rennrad für sich entdeckt. Im Gegensatz zu einem schweren Mountainbike oder einem weniger sportlichen Citybike ist man mit dem leichten Rennrad sehr schnell unterwegs. Mit etwas Training sind 80-Kilometer Rennradtouren kein Problem.

Mit dem Rennradfahren anfangen – meine Erfahrungen

Mit dem Rennradfahren habe ich erst vor sieben Jahren angefangen. Nachdem ich im Sommer 2013 meinen Freund kennengelernt hatte, begann ich mit vielen sportlichen Outdoor-Aktivitäten. Wir unternahmen herrliche Bergwanderungen und lange Radtouren. Mein Freund versuchte, mich auch für das Rennradfahren zu begeistern – im ersten Jahr allerdings ohne Erfolg. Da ich bis bis zu meinem 38. Lebensjahr unsportlich war, erschien mir als Frau das Rennradfahren zu extrem.

Im Sommer 2014 ergab sich aber die Gelegenheit, das Rennradfahren auszuprobieren. In unserem Sportraum im Keller stand das alte Rennrad eines Kumpels meines Freundes, da die beiden Triathleten im Winter ab und gemeinsam trainiert hatten. Schon nach den ersten 20 Kilometern in ländlicher Umgebung nördlich von Dachau war ich begeistert. Das Rennrad war leicht und ich konnte sehr schnell fahren. In den kommenden Wochen machte ich viele Rennradtouren auf dem geliehenen Rennrad und entdeckte das unbekannte Dachauer Hinterland. Zu meinen Lieblingsstrecken gehörte der idyllische Kranzberger See, der 25 Kilometer von uns liegt, oder der 40-Kilometer entfernte Ammersee.

Bereits nach einem Monat unternahm ich mit meinem Freund die erste mehrtägige Rennradtour. An einem heißen Wochenende ging es von Dachau zum Chiemsee, zum Obertrumer See im Salzkammergut, nach Salzburg und Bad Reichenhall. An 2,5 Tagen legten wir circa 300 Kilometer mit unzähligen Höhenmetern zurück. Für mich als Rennradanfängerin war es nicht einfach, bis zu 120 Kilometer an einem Tag zu fahren. Aber die wunderschönen Landschaften haben die Anstrengungen wettgemacht. Wir legten auch viele Pausen ein und kühlten uns in Seen und Flüssen ab. Nach Hause ging es am dritten Tag mit der Bahn. Meine erste lange Rennradtour Dachau – Bad Reichenhall ist bis heute ein unvergessliches Erlebnis.

Am Anfang verzichtete ich auf Klickpedale. Erst nach der großen Tour von Dachau nach Bad Reichenhall legte ich mir Rennradschuhe zu. Nach einem Monat Rennradfahren mit so vielen zurückgelegten Kilometern hatte ich das Anklicken schnell im Griff.

Mit dem geliehenen Rennrad unternahm ich noch viele Rennradtouren. Im September machte ich meinen ersten Radurlaub in Ligurien. Allerdings stellte sich ziemlich schnell fest, dass ich auf steilen Straßen mit Steigungen bis zu 20 Prozent nicht fahren konnte. Einerseits hatte das geliehene Rennrad eine zu schlechte Übersetzung, andererseits fehlte mir das Training.

Seit Frühling 2015 bin ich stolze Eigentümerin des Carbon-Rennrads Amira Comp von Specialized. Dieses Rad kaufte ich bei einem Fachhändler, der es perfekt auf mich einstellte (Bike-Fitting). In jenem Sommer nahm ich mit meinem neuen Rennrad an einem Volkstriathlon teil. 2017 absolvierte ich sogar erfolgreich die olympische Distanz beim Triathlon Karlsfeld. Allerdings war ich dabei nie besonders schnell.

Heute steht bei mir das genussvolle Rennradfahren im Vordergrund. Die Touren sind selten länger als 100 Kilometer. Nur einmal unternahm ich eine 150-Kilometer Rennradtour von Dachau nach Neuburg an der Donau.

Im Winter fahre ich nicht viel Rad, nur an sonnigen Tagen Mountainbike bis zu 50 Kilometer. In der kalten Jahreszeit steht mein Rennrad auf der Rolle im warmen Wohnzimmer. Seit dem letzten Winter macht mir das Training mit der App von Tacx Riesenspaß.

Rennradfahren für Anfänger – Tipps

Wichtige Tipps für Frauen im Radsport findet ihr im Artikel von Dextro Energy.

Nach sieben Jahren Rennradfahren, unzähligen Rennradtouren und zwei erfolgreich absolvierten Triathlons habe ich in diesem Bereich viele Erfahrungen gesammelt. Nachfolgend habe ich meine Tipps für Anfänger, besonders für Frauen, aufgelistet.

1. Leiht zunächst ein Rennrad aus und fahrt mit normalen Pedalen

Wenn ihr gerne Rad fahrt und das Rennradfahren ausprobieren möchtet, empfehle ich das Probefahren auf einem geliehenen Rennrad. Ihr könnt das Rennrad eines Freundes oder eines guten Bekannten leihen. Falls ihr niemanden kennt, der Rennrad fährt, könnt ihr eines beim Fahrradverleih mieten. Ich habe schon oft Rennräder und Mountainbikes im Urlaub geliehen. Besonders einfach ist es an Reisezielen wie Mallorca, Fuerteventura oder am Gardasee, da diese bei Rennradfahrern sehr beliebt sind. Aber auch bei uns in München und generell in Bayern gibt es viele Anbieter, die Rennräder verleihen.

Ich empfehle zudem, nicht gleich mit Kickpedalen zu starten. Obwohl ich zunächst einen Monat lang mit normalen Pedalen gefahren bin, waren die Klickpedale bei den ersten Fahrten nicht ganz einfach – ich bin mindestens dreimal gestürzt. Wenn ich gleich mit Klickpedalen angefangen hätte, wäre das mit Sicherheit noch viel häufiger passiert. Möglicherweise hätte ich sogar Angst vor dem Rennradfahren bekommen und es gleich aufgegeben.

2. Kauft das Rennrad bei einem Fachhändler und lasst es auf euren Körper anpassen

Da der Rennradkauf eine teure Investition für mehrere Jahre ist, rate ich euch, einen Fachhändler vor Ort zu suchen. Mit seiner Expertise und Erfahrung hilft er euch, das optimale Rennrad zu finden. Sehr wichtig ist die perfekt passende Rennradgröße. Als ich mein Rennrad vor sechs Jahren bei einem professionellen Rennradhändler gekauft habe, hat dieser gleichzeitig das Bike-Fitting durchgeführt. Mein neues Rennrad wurde optimal auf meine Körpergröße eingestellt. Das Bike-Fitting kostet zwischen 100 und 300 Euro, aber mein Händler hat es mir beim Kauf des Rennrads als kostenlosen Service angeboten.

3. Nutzt bei jeder Jahreszeit funktionelle Bekleidung

Die atmungsaktive Funktionskleidung ist nicht nur modisch, sondern auch sehr wichtig. Ich kann mich noch erinnern, als ich vor Jahren ein leichtes Fitnessbike auf Mallorca geliehen hatte. Anfang März war es am frühen Morgen trotz Sonne noch sehr frisch. Ich hatte einen dicken Fleecepullover und eine Wanderjacke an. Beim ersten Anstieg war es mir zu warm. Der Rucksack war zu klein, um die vielen unpraktischen Kleidungsstücke zu verstauen.

Mittlerweile habe ich einige Radtrikots, leichte Radjacken und gepolsterte Radhosen. Die Trikots und Jacken sind mit vielen Taschen ausgestattet. Da ich in der kalten Jahreszeit nicht fahre, reicht mir diese Bekleidung. An kühlen Tagen und am Abend sind Armlinge und Beinlinge sehr praktisch, weil sie nicht so viel Platz wegnehmen.

4. Sucht attraktive Strecken auf verkehrsarmen Straßen aus und berücksichtigt dabei eure Kondition

Das Rennradfahren macht am meisten Spaß, wenn man dabei die schönen Landschaften in Ruhe genießen kann. Auf extrem stark befahrenen Straßen ist es nicht schön und kann gefährlich sein. Daher sollte man nach kleinen und verkehrsarmen Straßen suchen.

Bei der Streckenplanung ist die eigene Kondition zu berücksichtigen. Ich konnte schon am Anfang 50 Kilometer radeln, allerdings bevorzugte ich die Strecken im flachen Gelände. Das Rennradfahren in hügeligem Gelände ist für untrainierte Anfänger sehr anstrengend.

Es ist auch wichtig, auf langen Strecken nicht zu schnell zu radeln. Bei 30- bis 50-Kilometer Fahrten kann man schon Gas geben, aber wer 80 bis 100 Kilometer zurücklegen möchte, sollte gemütlicher radeln. Da es oft schwierig ist, das richtige Tempo selbst zu bestimmen, ist dabei eine Sportuhr sehr hilfreich. Bei kurzen Fahrten kann man im GA2-Bereich fahren, bei langen Touren eher im GA1-Bereich.

5. Trinkt genügend bei der Fahrt und denkt auch an das Essen

Wie bei anderen Sportarten, sollte man beim Rennradfahren genügend trinken. Besonders wichtig ist das an heißen Tagen. Bei 50-Kilometer-Rennradfahrten habe ich im Sommer 1,5-Liter Getränke dabei. Bei längeren Touren brauche ich entsprechend mehr und muss mich auf der Strecke zusätzlich versorgen.

Bisher hatte ich Wasser, Wasser mit Brausetabletten oder normale Erfrischungsgetränke dabei. Seit Kurzem nehme ich den Iso Drink von Dextro Energy mit und bin begeistert. Die Drinks (Zitrus, Red Berry oder Orange) schmecken mir sehr gut, auch wenn sie nicht mehr kalt sind. Dank der speziellen Kohlenhydraten-Zusammensetzung trägt der Iso-Drink zur Aufrechterhaltung der Ausdauerleistung bei. Die Mineralstoffe Magnesium, Kalium und Natrium regulieren den Wasserhaushalt und die Leistungsfähigkeit der Muskeln.

Schon bei der ersten längeren Rennradtour zum Ammersee vor einigen Wochen hatte ich den Eindruck, dass sich meine Ausdauer verbessert hat. In diesem Jahr bin ich nämlich nicht so viel Rennrad gefahren und habe nur kurze 30- bis 50-Kilometer-Touren unternommen. Die 85-Kilometer-Rennradtour Dachau – Ammersee war für mich daher ziemlich herausfordernd, aber mit dem Iso-Drink von Dextro Energy konnte ich mühelos radeln und die Tour genießen.

Bei längeren Rennradtouren solltet ihr auch etwas zum Essen dabei haben (zum Beispiel Sportriegel) oder etwas auf der Strecke kaufen. Aber auch kurze Ausfahrten startet ihr besser nicht mit leerem Magen.

6. Legt genügend Pausen ein

Den Rennradanfängern empfehle ich, genügend Pausen einzulegen. Besonders, wenn man inmitten wunderschöner Landschaften fährt, sind Foto- und Genusspausen eine wunderbare Abwechslung zur sportlichen Fahrt. Nach der Tour kann man dann die schönen Bilder der Familie, Freunden oder anderen Gleichgesinnten auf sozialen Medien zeigen.

7. Sucht euch Trainingspartner, die ein ähnliches Tempo wie ihr haben

Anfänger, die noch nicht so gut trainiert sind, sollten sich keine Trainingspartner aussuchen, die sie stark überfordern. Als ich mit dem Rennradfahren anfing, war mein Freund sehr froh, dass seine neue Partnerin auch Rennrad fährt. Aber unser Trainingsniveau liegt bis heute zu weit auseinander. Während mein Freund für seine großen Ironmans trainiert, fahre ich lieber genussvoll. Daher bin ich meistens alleine oder mit Freundinnen unterwegs, die in ähnlichem Tempo wie ich fahren.

8. Legt euch einen Rollentrainer zu, um auch bei schlechtem Wetter und im Winter zu trainieren

Rennradfahrern, die im Winter nicht radeln wollen, empfehle ich, sich einen Rollentrainer zulegen. Es gibt viele Rennradfahrer, die auch in der kalten Jahreszeit an der frischen Luft fahren, aber mir macht es bei Temperaturen unter 15 Grad keinen Spaß. Leider habe ich erst im letzten Winter mit dem Rollentraining richtig angefangen und verstanden, wie wichtig das regelmäßige Training ist.

Ich habe das Rollentraining vor zwei Jahren mit einem einfachen Rollentrainer von Tacx für 200 Euro ausprobiert. Das war allerdings ziemlich langweilig, da ich an die Wand geschaut habe und meine Leistung nicht messen konnte. Seit dem letzten Winter besitze ich den Rollentrainer Tacx Flur S (circa 550 Euro) und bin damit sehr zufrieden. Wichtig ist die Verbindung des Rollentrainers mit einer App wie Zwift oder Tacx. Am Anfang trainierte ich mit der App von Zwift und es machte mir Spaß, in der virtuellen Welt von Watopia, in London oder Innsbruck mit anderen Leuten zu fahren. Seit ich aber die App von Taxc nutze, fahre ich noch mehr – bis zu 200 Kilometer pro Woche. Die realen Filme mit wunderschönen Landschaften sprechen mich nämlich wesentlich mehr an. Beide Apps sind mit dem Rollentrainer verbunden und messen die Leistung wie Strecke, Geschwindigkeit, Höhenmeter und Puls.

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2 Comments

  1. says: bagout

    Ein sehr guter Artikel,
    eine Frage hätte ich allerdings noch, wann sollte denn ein Anfänger im Durchschnitt die Pausen machen. Aller 5 KM oder eher nach Zeit?

    Vielen Dank

    1. Danke. Ich würde sagen, abhängig von der Strecke. Wenn ein Anfänger nur 20 Kilometer fahren will, dann kann er schon nach den ersten 5-7 Kilometer eine Pause einlegen. Wenn man 50 Kilometer fahren will, eher nach 10-15 Kilometer.

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