Die Ponta de São Lourenço Wanderung gehört zu den schönsten und spektakulärsten Wanderungen auf Madeira. Während viele Wanderwege der Insel durch grüne Wälder und entlang von Levadas führen, erwartet dich hier eine völlig andere Landschaft: karge Hügel, dramatische Steilklippen und ein weiter Blick über den Atlantik.
Der Wanderweg PR8 Vereda da Ponta de São Lourenço führt über die östlichste Spitze der Insel und bietet auf relativ kurzer Strecke einige der beeindruckendsten Küstenpanoramen Madeiras. In diesem Artikel erfährst du alles über Route, Dauer, Schwierigkeit und Highlights der Wanderung – sowie meine persönliche Erfahrung auf dieser besonderen Tour.
Ponta de São Lourenço – Madeiras wilde Ostspitze
Die Halbinsel Ponta de São Lourenço liegt im äußersten Osten der portugiesischen Atlantikinsel Madeira und bildet den östlichsten Punkt der Insel. Mit einer Länge von etwa 10 Kilometern und einer Breite von rund 2 Kilometern unterscheidet sich diese Landschaft deutlich vom restlichen Madeira.
Während große Teile der Insel von üppiger Vegetation geprägt sind, wirkt die Halbinsel eher karg und trocken. Der Grund dafür sind starke Winde und deutlich weniger Niederschlag. Die Landschaft besteht überwiegend aus vulkanischem Gestein mit faszinierenden Farben in Rot-, Braun- und Gelbtönen.
Heute steht die Halbinsel unter Naturschutz, da hier seltene Pflanzen wachsen und viele Seevögel in den steilen Klippen brüten.
Gerade dieser Kontrast zur grünen Insel macht die Ponta de São Lourenço Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ponta de São Lourenço Wanderung – Route, Dauer und Schwierigkeit
Wanderweg: PR8 Vereda da Ponta de São Lourenço
Startpunkt: Baía d’Abra Parkplatz
Länge: ca. 7–8 km (hin und zurück)
Dauer: ca. 3 Stunden
Höhenmeter: etwa 300 m
Schwierigkeit: leicht bis mittel
Der Wanderweg ist gut ausgebaut und führt über Hügel, entlang der Küste und zu mehreren Aussichtspunkten. Obwohl die Strecke technisch nicht schwierig ist, gibt es immer wieder kurze Anstiege.
Einige Abschnitte verlaufen direkt an den Klippen. Diese Stellen sind meist mit Drahtseilen gesichert, sodass man sich festhalten kann. Dennoch solltest du trittsicher und schwindelfrei sein.
Spektakuläre Ausblicke entlang der Küste
Schon nach wenigen Minuten eröffnet sich eine beeindruckende Landschaft. Der Weg schlängelt sich über schmale Hügelrücken und entlang steiler Felswände.
Unterwegs bieten sich immer wieder fantastische Ausblicke:
- steile Klippen über dem Atlantik
- zerklüftete Küstenlinien
- kleine vorgelagerte Felsinseln
- farbige vulkanische Gesteinsschichten
Bei klarem Wetter kannst du sogar die Ilhas Desertas sehen – eine unbewohnte Inselgruppe etwa 20 Kilometer südöstlich von Madeira, die heute unter strengem Naturschutz steht.

Rast bei Casa do Sardinha
Kurz vor dem Ende der Halbinsel erreichst du die Casa do Sardinha. Hier befindet sich ein kleines Besucherzentrum sowie ein Café, das sich perfekt für eine Pause eignet.
Viele Wanderer nutzen diesen Ort, um sich auszuruhen und die Aussicht zu genießen.
In der Nähe gibt es außerdem einen kleinen Kiesstrand, an dem man das Rauschen der Wellen besonders intensiv erleben kann. Die Atmosphäre hier ist beeindruckend – umgeben von Felsen, dem Wind und dem offenen Atlantik.
Aussichtspunkt Ponta do Furado
Der letzte Abschnitt der Wanderung führt hinauf zum Aussichtspunkt Ponta do Furado auf etwa 125 Metern Höhe.
Der kurze Aufstieg lohnt sich unbedingt, denn von hier aus hast du einen spektakulären Blick:
- über die gesamte Halbinsel
- entlang der dramatischen Küste
- auf kleine vorgelagerte Inseln
- weit hinaus auf den Atlantik
Dieser Aussichtspunkt ist für viele Wanderer das Highlight der gesamten Tour.

Prainha – der einzige Natursandstrand Madeiras
Nicht weit vom Wanderweg entfernt liegt ein besonderer Ort: Prainha. Dieser kleine Strand ist der einzige natürliche Sandstrand Madeiras.
Der dunkle, vulkanische Sand bildet einen schönen Kontrast zu den umliegenden Felsen. Besonders in den Wintermonaten ist es hier oft ruhig und fast menschenleer.
Oberhalb des Strandes steht eine kleine Kapelle auf einem Hügel, die ebenfalls einen Besuch wert ist.

Tipps für die Ponta de São Lourenço Wanderung
Auch wenn die Wanderung als eher leicht gilt, solltest du einige Dinge beachten.
Empfehlenswert sind:
- feste Wanderschuhe
- Sonnenschutz (die Halbinsel ist sehr sonnig)
- ausreichend Wasser
- eine Windjacke
Die Halbinsel ist sehr exponiert. Deshalb kann es hier deutlich windiger sein als im restlichen Teil der Insel.
Bei starkem Sturm oder extrem schlechtem Wetter solltest du die Wanderung besser verschieben.
Meine Erfahrung auf der Ponta de São Lourenço Wanderung
Ende Februar verbrachte ich mit meinem Freund eine herrliche Woche auf Madeira. Wir erkundeten jeden Tag die wunderschöne Insel beim Wandern.
Da wir schon am Vormittag in unserem Hotel Roca Mar in Caniço de Baixo ankamen, konnten wir bereits am ersten Tag unsere erste Wanderung unternehmen. Das Hotel hatte ich günstig über urlaubscenter24.com gebucht.
Nach dem Check-in und einer kleinen Mahlzeit im Restaurant direkt am Meer machten wir uns auf den Weg nach Caniçal im Nordosten der Insel.
Im Reiseführer „Madeira – Zeit für das Beste“ von Bruckmann hatte ich zuvor die Wanderung auf der Ponta de São Lourenço entdeckt.
Unser erster Stopp war der kleine Strand Prainha, der einzige Natursandstrand Madeiras. Im Winter war der Strand fast menschenleer. Oberhalb des Strandes befindet sich eine kleine Kapelle auf einem Hügel, die wir jedoch wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht mehr besuchen konnten.
Anschließend gingen wir auf einer Straße weiter, vorbei an der luxuriösen Hotelanlage Quinta do Lorde Resort, die rund um einen Yachthafen wie ein kleines traditionelles Küstendorf gebaut ist.
Kurz danach erreichten wir den Parkplatz, an dem der eigentliche Wanderweg beginnt.
Die Landschaft auf der Halbinsel hat uns sofort begeistert. Die Ausblicke auf die gigantischen Felswände, den Atlantik und die einsame, karge Landschaft waren einfach atemberaubend.
Ziemlich am Ende des Wanderwegs erreichten wir Casa do Sardinha, wo wir eine kurze Pause einlegten. Danach stiegen wir noch zum Aussichtspunkt Ponta do Furado hinauf. Von dort hatten wir einen unglaublichen Blick über die gesamte Halbinsel und das Meer.
Am Horizont konnten wir sogar die Ilhas Desertas erkennen.
Nach etwa drei Stunden machten wir uns auf den Rückweg.
Am Abend genossen wir in unserem Ferienort Caniço de Baixo die wunderschöne Sonnenuntergangsstimmung und ein leckeres Abendessen. Ein perfekter Start in unseren Madeira-Urlaub.
Häufige Fragen zur Ponta de São Lourenço Wanderung
Wo liegt Ponta de São Lourenço und wie kommt man dorthin?
Die Halbinsel Ponta de São Lourenço liegt im äußersten Osten der portugiesischen Atlantikinsel Madeira. Sie gehört zur Gemeinde Caniçal und ist etwa 30 Kilometer von der Inselhauptstadt Funchal entfernt.
Die spektakuläre Halbinsel bildet den östlichsten Punkt Madeiras und ist vor allem wegen der beliebten Küstenwanderung auf dem Wanderweg PR8 Vereda da Ponta de São Lourenço bekannt.
Anreise mit dem Auto
Am einfachsten erreichst du die Halbinsel mit einem Mietwagen. Von Funchal fährt man etwa 30–40 Minuten Richtung Osten über die Schnellstraße VR1 bis nach Machico. Von dort geht es weiter nach Caniçal und schließlich zum Parkplatz Baía d’Abra, der der offizielle Startpunkt der Wanderung ist.
Dort befinden sich mehrere Parkplätze. Besonders in der Hochsaison empfiehlt es sich, früh am Morgen anzukommen, da die Plätze schnell belegt sind.
Anreise mit Bus oder Taxi
Alternativ kannst du auch mit dem Bus von Funchal nach Caniçal fahren. Von dort sind es allerdings noch einige Kilometer bis zum Wanderstart, weshalb viele Besucher für das letzte Stück ein Taxi nehmen.
Die bequemste und flexibelste Möglichkeit bleibt daher ein Mietwagen, besonders wenn du mehrere Wanderungen auf Madeira planen möchtest.
Wie lange dauert die Wanderung auf der Ponta de São Lourenço?
Die Wanderung auf der Halbinsel Ponta de São Lourenço dauert in der Regel etwa 3 Stunden hin und zurück. Der offizielle Wanderweg PR8 Vereda da Ponta de São Lourenço ist rund 7–8 Kilometer lang und führt vom Parkplatz Baía d’Abra bis zum Aussichtspunkt Ponta do Furado. Mit Fotostopps und einer Pause bei Casa do Sardinha kann die Tour auch etwas länger dauern.
Wie schwierig ist die Ponta de São Lourenço Wanderung?
Die Wanderung gilt als leicht bis mittelschwer. Der Weg ist gut markiert und technisch nicht besonders anspruchsvoll. Allerdings gibt es mehrere An- und Abstiege sowie einige Passagen entlang von steilen Klippen. Deshalb solltest du trittsicher sein und feste Wanderschuhe tragen. Einige exponierte Stellen sind mit Drahtseilen gesichert.
Was sollte man zur Ponta de São Lourenço Wanderung mitnehmen?
Da die Halbinsel Ponta de São Lourenço kaum Schatten bietet, solltest du gut vorbereitet sein. Empfehlenswert sind:
- ausreichend Wasser und Snacks
- Sonnenschutz (Hut, Sonnencreme, Sonnenbrille)
- feste Wanderschuhe
- eine Windjacke, da es an der Küste oft sehr windig ist
Bei starkem Sturm oder extrem schlechtem Wetter sollte man die Wanderung besser verschieben.





