Wandern am Plansee – Umrundung, Tauern, Zunterkopf und Geierköpfe

Plansee Wandern

Der Plansee ist mit rund 3 Quadratkilometern Fläche der zweitgrößte natürliche See Tirols. Er ist umgeben von den hohen Gipfeln der Ammergauer Alpen. Seit 1908 ist der Plansee mit dem Nachbarsee, dem Heiterwanger See, durch einen Kanal verbunden. Die nächstgelegene Stadt Reutte ist nur 5 Kilometer entfernt.

Der wunderschöne See ist 130 Kilometer von München entfernt. Mit dem Auto oder der Bahn können die Münchner den See ziemlich schnell erreichen.

Ich war schon viermal am Plansee. Meist waren es nur Tagesausflüge, aber das letzte Mal im Herbst habe ich zwei Tage dort verbracht. Für die Übernachtung kann ich die Hotels in Reutte und Breitenwang empfehlen. Das letzte Mal haben wir im 4-Sterne Hotel Moserhof in Breitenwang übernachtet.

Genussvolle Rundwanderung um den Plansee

Eine lohnende, leichte Wanderung ist die Umrundung des Plansees und des Heiterwanger Sees. Auf der rund 20-Kilometer langen Wanderung sind nur wenige Höhenmeter zu bewältigen. An heißen Sommertagen kann man Badepausen einlegen und zur Abkühlung ins frische Wasser springen. Auf dem Wanderweg gibt es zahlreiche Wiesen – perfekt für eine Rast. Im Sommer werden Bootstouren angeboten. Einkehrmöglichkeiten findet ihr beim Hotel Seespitze, auf dem Campingplatz Seespitze und beim Hotel Forelle. Am Nordufer, in der Nähe des Hotels Seespitze, befindet sich ein Bootshaus mit Steg, das zu den beliebten Fotospots am Plansee gehört.

Die gesamte Rundwanderung unternahm ich mit meinem Freund im goldenen Herbst vor vier Jahren. Wir konnten zwar keinen Sonnenschein genießen, trotzdem war es eine wunderschöne, genussvolle Herbstwanderung.

Wanderung zum Aussichtspunkt am Westufer des Plansees

Wenn ihr mehr Zeit habt, trittsicher und schwindelfrei seid, könnt ihr auch zu einem grandiosen Aussichtspunkt auf der Westseite des Plansees wandern. Ausgangspunkt für diese Wanderung ist das Hotel Seespitze. Ihr überquert die Brücke zwischen dem Hauptsee und dem Kleinen Plansee, geht weiter am Westufer Richtung Heiterwanger See, bis ihr in der Mitte des Westufers einen Jägersteig entdeckt. Der schmale, steile Weg ist nicht markiert und teilweise schlecht zu finden. Feste Wanderschuhe sind empfehlenswert, besonders, wenn es etwas nass oder vereist ist. Oberhalb des Waldes, circa 300 Meter über dem See liegt der herrliche Aussichtspunkt. Das letzte Stück ist stark ausgesetzt und die Drahtseile sind sehr unsicher.

Zum ersten Mal war ich letztes Jahr im September dort. Ich konnte den Weg zum Aussichtspunkt leicht finden und genoss das grandiose Panorama über den Plansee. An jenem herrlichen Herbsttag glitzerte das türkisblaue Wasser in der Sonne. Nach einer Viertelstunde Rast wanderte ich den Berg herunter. Man kann zwar weiter auf den Gipfel Tauern wandern, aber ich war dort alleine und traute mich nicht, auf dem stark ausgesetzten Weg weiter zu wandern.

Schwere Bergtour auf den Tauern (1841 m)

Der obengenannte Aussichtspunkt beeindruckte mich derart, dass ich mit meinem Freund zwei Monate später wieder dort stand. An einem sonnigen Novembertag wanderten wir diesmal auf den Tauern. Wir starteten beim Hotel Seespitze, überquerten die Brücke und wanderten auf der Westseite des Plansees bis zum Jägersteig – genau wie zwei Monate davor. Diesmal war der Weg im schattigen Waldbereich leicht vereist und ich war froh, dass ich meine Wanderstöcke dabei hatte. Auf dem mir schon bekannten Aussichtspunkt legten wir die erste Fotopause ein. Danach wanderten wir zu einer idyllischen Jagdhütte und machten in dieser einmaligen Szenerie eine Brotzeit. Oberhalb des Waldes genossen wir einen wunderbaren Ausblick über den Heiterwanger See.

Das letzte Stück zum Gipfel war nicht einfach. Der Weg verlief zwischen dichten Latschen und war teilweise schwer zu finden. Da ich einen großen Rucksack dabei hatte, konnte ich durch die kleinen Bäume kaum gehen. Für die Anstrengungen wurden wir mit einem gigantischen Ausblick über den Plansee und dem herrlichen Naturschauspiel „Wolkenmeer“ belohnt.

Für die 900 Meter Höhenunterschied benötigten wir circa 3 Stunden (inklusive aller Fotopausen und Mittagessen). Empfehlen kann ich diese anspruchsvolle Wanderung nur erfahrenen, trittsicheren und schwindelfreien Wanderern mit gutem Orientierungssinn in den Bergen.
Der normale Zustieg erfolgt vom Norden aus. Man wandert zuerst auf den Zunterkopf. Die Wanderung habe ich ebenfalls gemacht – bis auf den ersten Gipfel ist der Wanderweg markiert, gut zu finden und nicht so schwer. Danach wandert man auf dem Grat auf den Tauern. Die Rundwanderung (beide Wege) wäre eine Herausforderung für uns im Sommer.

Anspruchsvolle Bergtour auf die Geierköpfe (Westgipfel – 2143 m)

Im späten Herbst vor drei Monaten habe ich mit meinem Freund die anspruchsvolle Wanderung ebenfalls unternommen (neben der Bergtour auf den Tauern). Der beste Ausgangspunkt ist das Hotel Forelle am Nordostufer des Plansees. Von dort aus kann man direkt zur Musteralm wandern, aber wir entschieden uns, einen anderen Weg zu nehmen. Zunächst wanderten wir am Ostufer entlang, bis zum Wanderschild „Geierköpfe“ und dann durch den Wald Richtung Schönjöchl. Nach circa einer halben Stunde konnten wir den ersten, wundervollen Ausblick über dem Plansee genießen.

Der Gipfelzustieg erfolgte über Schutt, kurz vor dem Gipfel mussten wir etwas klettern. Daher sind auch bei dieser Wanderung Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und festes Schuhwerk zwingend erforderlich.

Auf dem Gipfel steht ein riesiges Gipfelkreuz. Der Ausblick auf die Ammergauer Alpen ist gigantisch, allerdings ist der Plansee ziemlich weit entfernt. Wir machten auf dem Gipfel eine Rast und genossen die einmalige Stimmung bei Nebel.

Mit dem Abstieg mussten wir uns beeilen. Zum Schluss konnten wir noch die Sonnenuntergangsstimmung 300 Meter über dem See genießen.

Für die gesamte 11-Kilometer Tour mit 1200 Metern Höhenunterschied benötigten wir circa 6 Stunden inklusive Fotopausen und Aufenthalt auf dem Gipfel (circa 3,5 Stunden für den Aufstieg, 2 Stunden für den Abstieg und eine halbe Stunde für die Rast auf dem Gipfel). Zum Schluss nahmen wir den kürzeren Weg über die Musteralm.

Mittelschwere Wanderung auf den Zunterkopf (1811 m)

Zum ersten Mal war ich am Plansee Anfang Juli vor vier Jahren. An jenem heißen Samstag war der See bei zahlreichen Badegästen sehr beliebt, die sich auf den grünen Wiesen ausruhten und den Bergblick genossen.

Ich parkte das Auto beim Hotel Seespitze und wanderte am Kleinen Plansee entlang Richtung Reutte zum Ausgangspunkt der Wanderung. Allerdings gibt es dort auch einen Parkplatz gegenüber der kleinen Hubertuskapelle.

Im Gegensatz zur teilweise weglosen Wanderung auf den Tauern von der Westseite des Plansees, ist der Wanderweg auf den Zunterkopf besser beschildert und problemlos zu finden. In der Nähe des Parkplatzes steht ein alter Wanderschild aus Holz „Tauernspitz“. Danach verläuft der Weg ziemlich steil im Wald hinauf. Bei Nässe sollte man auf die vielen rutschigen Wurzeln aufpassen. Der Zustieg auf den Zunterkopf ist ein wenig ausgesetzt, aber insgesamt für erfahrene Wanderer leicht zu begehen. Ich war damals allein unterwegs und hatte nur leichte Trailrunning-Schuhe angezogen, was aber für mich kein Problem war. Das Gipfelkreuz war vor vier Jahren zerstört worden, aber ich habe beim letzten Mal vom Weiten gesehen, dass mittlerweile ein neues Gipfelkreuz errichtet wurde. Auf dem Gipfel genoss ich einen atemberaubenden Ausblick über den Plansee, der einem norwegischen Fjord ähnelt.

Für den Aufstieg mit 900 Metern Höhenunterschied benötigte ich circa 2 Stunden. Allerdings war ich vor vier Jahren wesentlich sportlicher als jetzt und hatte nur einen leichten Rucksack dabei. Noch schneller erfolgte der Abstieg zur Hubertuskapelle (1,5 Stunden). Für diese mittelschwere Wanderung braucht man normalerweise ungefähr 4,5 bis 5 Stunden.

 

 

 

 

 

6 Comments

  • Die wunderschöne Gegend meiner Heimat.Schade finde ich es nur das mittlerweile jeder seine touren leichtfertig ins Netz stellt. So werden immer mehr greenhorns in die schönen stillen und abgelegenen Plätze der Natur gelockt. Leider entstehen so auch touren die oft mit schweren Unfällen enden. Die Bergwacht werds scho richten. Dem Zeitgeist und dem Willen sich zu bestätigen sind scheinbar keine Grenzen mehr gesetzt.

    Oliver

    • Hallo Oliver,
      das stimmt. Ich habe auch gemischte Gefühle, aber nehme an, dass im Internet Leute recherchieren, die Berge und Natur lieben. Das ist auf Instagram nicht immer der Fall. Große Instagrammer posten die Bilder und erwähnen nicht, dass es sich um eine anspruchsvolle Wanderung mit ausgesetzten Stellen handelt. Die jungen Instagrammer fahren dann zum Plansee und wandern mit Turnschuhen zu solchen Aussichtspunkten. Als ich vor 4 Jahren am Plansee an einem herrlichen Sommerwochenende war, ging dort noch sehr ruhig zu. Mittlerweile sehe ich immer mehr Bilder vom Plansee auf Instagram, leider…
      LG, Ina

      • Ja Ina das siehst Du schon richtig. Leider ist es jedoch so das alle Einträge im Internet von vielen, und nicht immer nur von den Naturliebhabern gesehen werden. Es kann Irgendwann mal so kommen, das wir uns nur noch auf bestimmten Wegen bewegen dürfen und Wildhüter das treiben überwachen ähnlich wie in den Usa.
        Nicht alles was gefällt gehört ins Netz, meine Meinung. Instergram steht da nicht alleine da, vielleicht aber an erster Stelle.
        Vg
        Oliver

      • Es ist eigentlich nicht unbedingt verwerflich Berichte und Wanderbilder ins Netz zu Stellen sofern man nicht überall, jetzt auch noch hier an allen Idyllischen schutzbedürftigen Fleckchen Natur Ortsangaben darüber macht.
        Selber bin ich auch im der Fotocommunity und Stelle Bilder rein. Von schönen Orten wo selten wer hinkommt. Stelle ich auch noch Ortsangaben rein, steht nächstes Jahr vielleicht ein Kiosk mit Ansichtskarten an der Stelle;-)Oder das berühmte Hundekothäufchen in der roten Tüte, selbst gesehen auf einem Wanderweg an der Ammer mitten im Wald.
        So von meiner Seite nun genug, wollte nur mal a bisserl Sensibilisieren und zeigen das die neue Reiseblogger Welle mit dem Hang zur Selbstinszenierung schon so seine Tücken hat.
        A schöne Zeit
        Vg
        Oliver

        • Es ist ein schwieriges Thema. Aus verschiedenen Gründen sind die Berge momentan sehr beliebt. Manche Ecken sind sehr spektakulärer und bekannter. Aus meiner Sicht ist die neue Welle – mehr Interesse für die immateriellen Werte wie Outdoor-Aktivitäten und Natur viel besser als die alten Werte – viel Arbeiten, um das Geld für Konsumgüter auszugeben. Die Bewegung inmitten der herrlichen Natur ist gesünder und macht viel glücklicher. Man sollte nur wesentlich mehr Rücksicht auf unsere Umwelt nehmen…

          • Nein man soll es den Leuten auch nicht verbieten man könnte aber bestimmte Berichte, die auf nicht Beschilderten Wanderwegen mit Waghalsigen Wegstellen, wie z.b.einem mit nur Baustahlgesichertem Jägersteig hinweisen einfach aus dem Netz nehmen. Doch hier scheint die Freude und der Selbstbestätigungsdrang einfach Wichtiger.Natur steht hier aus meiner sicht nach dem Ehrgeiz sich zu Profilieren.
            Die Bergwacht braucht schließlich auch Ihr Kostenloses Abenteuer, und Rettet so manch verirrten Maximalalpinisten aus Prenzligen Situationen.Dem Handy sei Dank.
            Weiterhin viel Spass beim Bloggen Idylischer Touren.

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