Wandern auf Lanzarote – 6 Tipps für leichte bis mittelschwere Wanderungen

Lanzarote Wandern - Weingebiet La Geria

In den letzten 13 Jahren habe ich unzählige Urlaube auf den Kanarischen Inseln verbracht. Ich besuche die sonnigen Inseln sehr gerne im Winter, um dem trüben Wetter in Deutschland zu entfliehen. Seit vier Jahren erkunde ich die Kanarischen Inseln aktiv beim Wandern und Radfahren.
Bisher habe ich zweimal Urlaub auf Lanzarote gemacht. Vor zehn Jahren war auch mein kleiner Sohn dabei, daher waren die Aktivitäten etwas eingeschränkt. Wir verbrachten viel Zeit am Strand und Hotelpool und erkundeten die Insel mit dem Mietwagen.
Der letzte zweiwöchige Aufenthalt auf Lanzarote im Mai war ein spannender Aktivurlaub mit einigen Wanderungen und kleinen Radtouren an der Promenade zwischen Puerto del Carmen und Arrecife. Diesmal war ich auf der Insel mit meinem Freund, der am Ironman Lanzarote teilgenommen hatte.
In diesem Beitrag möchte euch drei Wanderungen vorstellen.

Wanderung auf dem Camino de Guatifay zum Playa del Risco

Streckenlänge: circa 9 Kilometer (bis zu den Salinen)
Höhendifferenz: 380 Meter (in Auf- und Abstieg)
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer

Eine unserer schönsten Wanderungen führte zum einsamen Traumstrand Playa del Risco im Norden von Lanzarote. Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der Parkplatz auf der LZ-202, die auch zum berühmten Mirador del Rio führt. Der Parkplatz liegt am Ende eines Pflasterwegs, circa 1,5 km vom Dorf Ye.
Man beginnt die Wanderung mit dem Abstieg auf dem alten Pfad, dem Camino de Guatifay. Den Pfad haben früher die Fischer von La Graciosa genutzt, die Lanzarote über die Meeresenge El Rio erreicht und den Fang zum Markt in Orzola und Arrieta gebracht haben. Wenn ihr auf Google nach „Playa del Risco + Salinen“ sucht, findet ihr das historische Bild – Frauen auf dem Camino, die auf den Köpfen schwere Körbe und Säcke tragen.
Beim Abstieg zum Meer genossen wir einen traumhaften Blick auf die Nachbarinsel La Gomera, die Felswände des Famara-Gebirges und den Strand. Die Landschaft ist hier sehr karg und das Wetter war nicht perfekt (keine Sonne und schlechte Sicht), aber trotzdem war der Ausblick atemberaubend.

Unten fast auf der Meereshöhe trafen wir auf einen anderen Pfad, aber der Weg zum Strand war eindeutig.
Der Playa del Risco beeindruckte uns sehr. Der feine, helle Sandstrand vor der traumhaften Kulisse des Famara-Gebirges gehört zu den einsamsten Stränden auf Lanzarote. Er ist umgeben von kleinen Dünen und erinnert an den Playa de Famara, der weiter südlich in Caleta de Famara liegt und mit dem Auto erreichbar ist. La Graciosa mit dem Hauptort Caleta de Sebo ist hier nur 1,5 Kilometer entfernt und gut zu erkennen. Auf der kleinsten bewohnten Kanareninsel war ich nur einmal vor 10 Jahren.
Den Strand konnten wir für uns allein genießen. Der Himmel war an diesem Tag bedeckt, aber es war warm (um die 23 Grad) und nicht windig. Wie überall im Norden und Westen von Lanzarote, ist das Baden hier gefährlich. Trotzdem sprang ich zum Abkühlen kurz ins Wasser (nicht zu tief).

Man kann auch weiter zu den alten Salinen wandern. Sie wurden von den Fischern aus La Graciosa angelegt, um den Fisch zu verarbeiten und zu konservieren.
Nach einer unvergesslichen Stunde am Playa del Risco, begannen wir mit dem steilen Aufstieg. Für die gesamte Wanderung (Ab- und Aufstieg ohne Pausen) sollte man 2,5 Stunden einplanen.
Tipp: Die Wanderung kann man mit der Besichtigung des Mirador del Rio verbinden. Hier gibt es ein Café und eine Aussichtsplattform.

Leichte Wanderung zwischen den Playas de Papagayo

Die Playas de Papagayo liegen im Südwesten von Lanzarote und gehören zu den schönsten Stränden der Insel. Es handelt sich um acht herrliche Sandstrände und Buchten. Der größte Strand, der Playa Mujeres, liegt im Südwesten von Playa Blanca und ist circa zwei Kilometer vom Ferienort entfernt.

In der unverbauten Umgebung der Playas de Papagayo gibt es zwei Parkplätze – am Playa Mujeres und am Playa de Papagayo. Sie sind allerdings über eine Schotterpiste erreichbar und kostenpflichtig.

Ich empfehle, die Playas de Papagayo ohne Auto zu besuchen. Der Wanderweg zu den Stränden beginnt in der Nähe des Hotels Sandos Papagayo. Von hier sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Der Playa Mujeres ist der größte Strand. Von hier aus kann man zu den anderen Stränden und Buchten wandern. Man wandert zwischen den ausgetrockneten Bachbetten (Barrancos) und muss nur wenige Höhenmeter bewältigen. Überall hat man wunderschöne Blicke auf den Atlantik, Playa Blanca und die karge Berglandschaft. Vom westlichen Rand von Playa Blanca bis zum letzten Strand Playa Puerto Melas sind es circa fünf Kilometer.

Wenn man auf diesen Hügeln weiter Richtung Norden wandert, gelangt man nach Playa Quemada. Allerdings ist es eine anspruchsvolle Strecke – 13 bis 15 Kilometer in eine Richtung.

Die Strände sind sehr beliebt, aber man findet viele einsame Ecken. Am Playa de Papagayo gibt es eine Bar und ein Restaurant. Ich habe mir dort einen Aperol mit Blick auf den Strand gegönnt.

Leichte Wanderung von Playa Quemada zum Punta Gorda

Südlich vom urigen Fischerdorf Playa Quemada findet man viele einsame Kiesstrände und Buchten, die nur Einheimische kennen. Sie sind nur über den Wanderweg erreichbar. Manche Strände sind auch mit dem Geländewagen erreichbar.

Wir sind sechs Kilometer von Playa Quemada Richtung Süden zum Punta Gorda gewandert. Obwohl die Strecke an der Küste verläuft, muss man immer wieder viele Höhenmeter bewältigen. Insgesamt waren es circa 400 Höhenmeter auf 12 Kilometer (hin und zurück).

Der Wanderweg bietet herrliche Blicke auf die Küste und die Berge. Zum Abkühlen badeten wir an einsamen Stränden zwischen Felsklippen. An manchen Stellen gab kleine Abschnitte mit dunklem Sand.

Wer weiter noch circa sechs bis sieben Kilometer wandert, gelangt zu den berühmten Playas de Papagayo. Bei dieser Wanderung südlich von Playa Quemada handelt es sich um ein Geheimtipp, den man kaum in einem Reiseführer findet.

Rundwanderung von La Asomada auf den Montaña de Guardilama und nach Uga

Streckenlänge: circa 15 Kilometer
Höhendifferenz: 600 Meter (in Auf- und Abstieg)
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer

Der Ausgangspunkt dieser Wanderung war das Bergdorf La Asomada nördlich unseres Ferienortes Puerto del Carmen. Zunächst wanderten wir am südlichen Hang des erloschenen Vulkans, bis wir die Weinberge erreichten. Dort begann der steile Aufstieg auf den Montaña de Guardilama (603 m). Der Gipfel bietet einen herrlichen Blick auf die Insel und die Küste. Leider war die Sicht an diesem Tag nicht so gut. Man kann noch weiter auf den zweiten Vulkan Caldera de Gaida (563 m) wandern.

Nach dem Abstieg gingen wir durch das Weinanbaugebiet La Geria nach Uga. Die Weinanbaumethode auf Lanzarote ist außergewöhnlich. Die Rebstöcke wachsen in kleinen, mit Mauern geschützten Einzelkratern.

In Uga legten wir eine Pause ein und besuchten kurz einen Markt, der uns erinnerte, dass die Kanarischen Inseln geologisch zu Afrika gehören. Auf dem Markt wurden Kamele angeboten.

Der Rückweg erfolgte teilweise auf einem anderen Weg – wir gingen am südlichen Rande des Montaña de Tinasoria.

Küstenwanderung vom Playa de Madera am Rande des Nationalparks Timanfaya

Diese Wanderung möchten wir das nächste Mal (wieder im Mai in diesem Jahr). Den einsamen schwarzen Lavastrand laya de Madera haben wir mit dem Auto über eine Schotterpiste vom Dorf Tinajo erreicht. Wir wanderten an der Küste entlang und beobachteten die faszinierende Brandung. Für die ganze Wanderung waren wir jedoch nicht vorbereitet.

An diesem Tag besuchten wir den Nationalpark und nahmen an der Bustour durch die faszinierende Landschaft der Feuerberge teil. Leider ist es nicht möglich, sich dort frei zu bewegen. Lediglich die Küstenwanderung am Rande des Nationalparks ist erlaubt.

Strandwanderung am Playa de Famara

Der wunderschöne Playa de Famara liegt im Norden von Lanzarote vor der gigantischen Kulisse des Famara-Gebirges (Risco de Famara). Er ist ein Eldorado für Wind- und Kitesurfer, das Baden ist hier lebensgefährlich. Der Strand ist circa vier Kilometer lang und lädt für ausgedehnte Spaziergänge ein. Der Playa de Famara liegt östlich des Fischerdorfes Caleta de Famara. Im winzigen Ort gibt es einige Bars und Cafés.

Im Famara-Gebirge oberhalb des Strandes verlaufen mehrere Wanderwege. Im Mai möchte ich unbedingt von Haria zum Mirador de Bosquecillo und Mirador Ricon de  Haria wandern. Der Wanderweg bietet einen grandiosen Ausblick über die Küste und den Playa de Famara.

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.