Winterwandern in Südtirol in der Region Drei Zinnen und Toblach

Winterwandern in Südtirol - Strudelkopf

Die formschönen Drei Zinnen, das Wahrzeichen der Dolomiten, sind bei jeder Jahreszeit eine Reise wert. Sie liegen in den Sextner Dolomiten im Nordosten Italiens zwischen der deutschsprachigen Provinz Südtirol und der italienischsprachigen Belluno.

Für die Wanderungen zu den Drei Zinnen sind Toblach und Sexten im Norden sehr gute Ausgangspunkte.

Das erste Mal habe ich die wunderschönen Gipfel im Sommer vor 25 Jahren gesehen, aber erst im Winter vor vier Jahren konnte ich die Drei Zinnen wieder bestaunen. Zwischen den Weihnachten und dem Neuen Jahr habe ich mit meinem Freund einen Kurzurlaub in Sexten gemacht und wir sind zu den Drei Zinnen gewandert. Da der Winter damals in Südtirol sehr mild war, haben wir keine Schneelandschaften in den Dolomiten genossen – ganz im Gegenteil, am Nachmittag die Temperaturen um die 20 Grad.

Im letzten Winter war ich zur gleichen Zeit wieder in der Region Drei Zinnen. Diesmal herrschte der Winter in den Dolomiten. Es war sehr kalt, aber sonnig. Wir unternahmen drei Winterwanderungen und einen Spaziergang um den Toblach See.

Rundwanderung am Toblacher See

Toblach ist von München 320 km entfernt. Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes ist der Toblacher See. Der See liegt auf 1259 Meter Höhe und besticht durch die grandiose Lage zwischen hohen Bergen.

Wir erreichten den See nach circa vier Stunden Autofahrt am späten Nachmittag. Als wir das warme Auto verließen, erschreckte uns die Kälte – minus 8 Grad. Trotz der warmen Winterbekleidung war es mir so kalt, dass ich die ganze Zeit joggen musste, bis ich endlich nicht mehr fror. Nach einer halben Stunde umrundete ich den Toblacher See – er ist nicht so groß und es waren nur 4,5 Kilometer. Mein Freund war im Gehen nur etwas langsamer. Nach der schnellen Umrundung war es mir nicht mehr kalt und wir konnten sogar den Glühwein an der frischen Luft mit dem herrlichen Blick auf den See und die Berge genießen.

Winterwanderung auf den Strudelkopf (2307 m)

Die Wanderung auf den Strudelkopf gehört zu den beliebtesten Touren in der Region Toblach. Es gibt einen Wanderweg von der Südseite (Schluderbach) und einen von der Nordseite. Wir entschieden uns, von der Nordseite zu wandern. Wir parkten das Auto beim Alpengasthof Brückele (1491 m) und wanderten zum Plätzwiesensattel auf knapp 2000 Meter Höhe. Man kann die Tour abkürzen und einen Bustransfer nutzen. Für normale PKWs ist die Straße zur Plätzwiese zwischen 10 Uhr 16 Uhr gesperrt.

An jenem herrlichen Wintertag war das Berggasthof Plätzwiese sehr gut besucht. Einige Leute wanderten auch auf den Strudelkopf. Auf den beliebten Gipfel werden geführte Schneeschuhwanderungen angeboten.

Ende Dezember lag auf den sonnigen Berghängen noch nicht viel Schnee. Es bestand keine Lawinengefahr und wir benötigten keine Schneeschuhe. Beim Wandern genossen wir die wunderbaren Blicke auf die schneebedeckten Dolomitengipfel und die strahlende Sonne.

Nach 1,5 Stunden erreichten wir den Strudelkopf. Der Gipfel bietet ein grandioses Panorama – besonders beeindrucken sind die Drei Zinnen. Es lohnt sich, auf dem Gipfel mehr Zeit zu verbringen. Daher sollte man im Winter genügend warme Sachen dabeihaben.

Nach einer Stunde Rast auf dem Strudelkopf begannen wir mit dem Abstieg. Bei der Plätzwiese erlebten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang. Das Auto erreichten wir nach dem Einbruch der Dunkelheit.

Schneeschuhtour zum Rienzboden und zu den Drei Zinnen

Die nächste Wanderung verlief durch das einsame Rienztal und war ziemlich abenteuerlich. Vorsichtshalber hatten wir Schneeschuhe dabei, aber benutzten sie kaum. In diesem schattigen Tal lag ebenfalls nicht so viel Schnee.

Wir parkten das Auto auf dem Wanderparkplatz vor dem Hotel Drei Zinnen Blick (1400 m). Wie der Hotelname schon sagt, kann man von hier die Drei Zinnen sehen. Wir wanderten an einer winzigen Jagdhütte vorbei und überquerten eine Brücke.

Nach zwei Stunden erschien endlich die erste Zinne, danach zwei andere. Wir legten eine Fotopause vor einem zugefrorenen Wasserfall ein und genossen den grandiosen Ausblick auf die Drei Zinnen.

Wenige Minuten später überquerten wir einen kleinen Sattel auf etwa 2200 Meter Höhe und standen direkt vor den mächtigen Gipfeln. In dieser einsamen, wunderschönen Szenerie verbrachten wir eine Stunde. Von hier ist es nicht mehr so weit zu der berühmten Drei Zinnen Hütte, zu der wir im Winter vor vier Jahren vom Norden aus gewandert sind.

Im Winter auf dem Schnee ist man allerdings nur langsam unterwegs und die Tage sind kurz. Daher beendeten wir hier die Tour und wanderten auf dem gleichen Weg zurück. Insgesamt mussten wir rund 800 Höhenmeter bewältigen.

Winterwanderung vom Antornosee zur Auronzohütte, Lavaredohütte und zum Paternsattel

Unsere letzte Wanderung startete am wunderschönen Atornosee. Der See liegt auf 1866 Meter Höhe ist auch im Winter mit dem Auto erreichbar. Die Straße zwischen Misurinasee und Antornosee ist allerdings gebührenpflichtig. Im Sommer kann man noch höher fahren – bis zum riesigen Parkplatz der Auronzohütte (2320 m).

An jenem sonnigen Traumtag zwischen Weihnachten und Neuem Jahr war hier viel los. Die meisten Touristen besuchten nur den Antornosee und genossen den Blick auf die Drei Zinnen.

Viele Leute wanderten auf der gesperrten Straße zur Auronzohütte. Die Höhendifferenz zwischen dem Antornosee und der Auronzohütte beträgt circa 450 Meter – im Winter auf dem Schnee waren wir sehr langsam und benötigten 1,5 Stunden. Man konnte die Hütte ebenfalls gemütlich mit einem motorisierten Schneemobil erreichen.

Der Besuch der Auronzohütte lohnt sich in jeder Jahreszeit. Sie bietet einen wunderbaren Ausblick auf die mächtige Felswand der Drei Zinnen. Die Hütte war in jener Zeit geöffnet und wir machten dort eine kleine Rast.

Danach ging es weiter Richtung Lavaredohütte. Die Tour ist ziemlich einfach, da kaum Höhenmeter zu überwinden sind. Beim Wandern hat man die riesigen Drei Zinnen auf der linken Seite. Der Blick auf die wunderschönen Gipfel umgeben von einer weißen Schneedecke war beeindruckend.

Auf der halben Strecke zur nächsten Hütte gingen wir an einer kleinen Kapelle vorbei. Von der Auronzohütte bis zur Lavaredohütte benötigten wir eine Dreiviertelstunde. Ich war sehr froh, dass ich genügend warme Sachen dabei hatte – es war nämlich sehr windig und kalt.

Diese Wanderung vom Antornosee zur Lavaredohütte haben wir schon vor vier Jahren gemacht. Das Wetter war allerdings Ende Dezember ganz anders – schneefrei und wir sind teilweise kurzärmlig gewandert.

Diesmal wanderten wir noch weiter – zum Paternsattel auf 2450 Meter Höhe. Hier hat man einen ganz anderen Blick auf die Drei Zinnen. Die Drei-Zinnen-Hütte ist nicht so weit entfernt und zu erkennen. Wir konnten leider nicht weiter wandern und drehten um. Beim Abstieg von der Auronzohütte genossen wir eine schöne Sonnenuntergangsstimmung.

Unsere Unterkunft in Schluderbach

Wir übernachteten im Hotel Croda Rossa im winzigen Ort Schluderbach südlich von Toblach. Das Hotelzimmer war sehr einfach eingerichtet, aber wir schätzten die tolle Lage des Hotels und die benachbarte Pizzeria.

Als wir das Hotel nach vier Tagen verließen, wechselte das Wetter und es schneite sehr stark. Diesmal hatten wir wieder Glück mit dem Wetter.

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