Radreise von Bozen nach Venedig – genussvolles Radabenteuer ohne Gepäck mit Eurobike Radreisen

Radreise Bozen - Venedig
[Enthält Werbung] Vor einem Jahr unternahm ich meine erste längere Radreise auf Mallorca. Diese Mallorca-Rundfahrt mit Eurobike Radreisen gefiel mir so gut, dass ich mich auch in diesem Jahr zu einer Radreise mit dem Veranstalter entschied. Die Wahl eines Ziels war nicht einfach, da Eurobike viele wunderschöne Radreisen anbietet. Aus verschiedenen Gründen unternehme ich selten Städtereisen, daher wollte ich diesmal etwas Neues ausprobieren und das Radfahren mit der Besichtigung von sehenswerten Städten verbinden. Die Radreise Bozen – Venedig war dazu perfekt geeignet.

Individuelle Radreise mit Gepäcktransfer

Der österreichische Veranstalter Eurobike Radreisen bietet individuelle Radreisen zu beinahe allen Destinationen in Europa sowie auf Kuba und in Südafrika. Der Kunde bucht eine organisierte Reise, muss sich um nichts kümmern und radelt entspannt ohne Gepäck von Hotel zu Hotel. Dank der detaillierten Karten von Eurobike ist es nicht schwierig, die Strecken zu finden. Heutzutage geht es auch ohne den Orientierungssinn – mit der App von Eurobike oder einem anderen Anbieter wie Komoot findet man problemlos den Weg.

Eurobike hat die Hotels und Radstrecken sorgfältig ausgesucht und getestet. Ich übernachtete in komfortablen 3- und 4-Sterne Hotels und hatte ein Frühstück inklusive. Außerdem war es möglich ausschließlich 4-Sterne Hotels zu buchen. Ich radelte auf Radwegen und ruhigen Straßen, auch in den Städten.

Bei Bedarf konnte ich mich mit Mitarbeitern von Eurobike in Verbindung setzen. Da ich aber auf beiden Reisen keine Probleme hatte, traf ich die freundlichen Mitarbeiter nur am Anfang bei der Radübernahme.

Auf der Radreise Bozen – Venedig hatte ich ein Leihrad-Plus von Eurobike zur Verfügung. Mit dem bequemen 27-Gang Trekkingrad der Marke KTM konnte ich im flachen Gelände genussvoll 20 Stundenkilometer radeln. Dank der guten Übersetzung bewältigte ich die Höhenmeter mühelos.

Die Mitnahme des eigenen Fahrrads ist auf Eurobike-Radreisen ebenfalls möglich. Auf der Strecke traf ich zwei andere Teilnehmer der Radreise, die mit eigenen E-Bikes geradelt sind. Eurobike stellt den Kunden auch Elektroräder zur Verfügung.

Radreise von Bozen nach Venedig – Strecke und Etappen

So beschreibt Eurobike die wunderschöne Radreise von Bozen nach Venedig: “Charmante Täler und zauberhafte Städtchen, Berglandschaften und natürlich: der Canal Grande. All das erwartet Sie bei Ihrer Radreise quer durch Südtirol bis an die Adria. Das Motto dieser Strecke lautet: „Erleben und Genießen“. Der Weg führt vorbei an traumhaften Weingärten und durch malerische Kulturstädte. Ein Gläschen Rotwein, Antipasti und original italienisches Tiramisu lassen den kulinarischen Genuss während der wohlverdienten Pausen hochleben.”

Die Radreise begann in der Hauptstadt Südtirols, Bozen, die am Fuße der hohen Berge liegt. Entlang der Etsch, immer mit Blick auf die Alpen, ging es am ersten Tag nach Trient. Am zweiten Tag radelte ich nach Riva del Garda am Nordufer des wunderschönen Gardasees. Das Südufer des riesigen oberitalienischen Sees erreichte ich mit einem Schiff. Am dritten, vierten und fünften Tag ging es durch unzählige Weinanbaugebiete, Hügellandschaften und idyllische Orte zu den Kulturstädten Verona, Vicenza und Padua. Die sechste Etappe führte zur berühmten Lagunenstadt Venedig. Da die letzte Etappe nur 35 Kilometer lang ist, haben die Kunden noch viel Zeit für Venedig. Ein Verlängerungstag ist ebenfalls buchbar.

Die Originalstrecke von Eurobike ist circa 380 Kilometer lang. Ich machte drei Abstecher und legte etwas mehr als 400 Kilometer zurück.

Die Etappen der Radreise Bozen – Venedig:

  • 1. Etappe: Bozen – Trient
  • 2. Etappe: Trient – Desenzano
  • 3. Etappe: Desenzano – Verona
  • 4. Etappe: Verona – Vicenza
  • 5. Etappe: Vicenza – Padua
  • 6. Etappe: Padua – Venedig

Radreise von Bozen nach Venedig – mein Reisebericht

Die Radreise Bozen – Venedig habe ich im Juni unternommen. In meinem Reisebericht könnt ihr über die einzelnen Etappen mehr erfahren.

Der Anreisetag – Bozen

Bozen habe ich von München aus mit der Bahn erreicht. Nach vier Stunden einer entspannten Zugfahrt begann mein Radabenteuer mit Eurobike Radreisen. Nach dem Verlassen des klimatisierten Zugs merkte ich sofort, dass das Klima auf der Alpensüdseite wesentlich mediterraner ist. Während wir in München 25 Grad hatten, war es in Bozen heiß – über 35 Grad. Temperaturen 30 bis 35 Grad hatte ich bei meiner gesamten Radreise. Kein Wunder – ab Mitte Juni herrscht in Norditalien südlich der Alpen schon der Sommer. Ich vertrage die Hitze gut. Aber wem solche Temperaturen zu hoch sind, der sollte die Reise im Frühling oder Herbst unternehmen.

Ich übernachtete im 4-Sterne Hotel Four Points by Sheraton. Das komfortable Hotel liegt im Süden der Stadt in der Nähe der Messe Bozen. Vom geräumigen Zimmer genoss ich einen tollen Blick auf die Berge. An der Rezeption erhielt ich die Unterlagen von Eurobike. Das Leihrad konnte ich bis 18 Uhr in der Eurobike-Station abholen oder am nächsten Tag in meinem Hotel. Da ich noch genug Zeit hatte, fuhr ich mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Von dort war es nicht so weit zur Eurobike-Station.

Ich wurde freundlich von einem Eurobike-Mitarbeiter empfangen und wir besprachen die wichtigsten Details. Nach einer kurzen Probefahrt mit dem Leihrad-Plus radelte ich Richtung Altstadt. Ich legte eine Fotopause auf dem Waltherplatz ein und fuhr weiter Richtung Norden. Nach einem langen Urlaub auf Lanzarote und Fuerteventura war ich zum ersten Mal in einer Bergregion. Ich genoss die Fahrt durch die Altstadt von Bozen, eine Parkanlage und die herrlichen Blicke auf die Berge. Beim Schloss Maretsch drehte ich um und radelte am Talferbach und an der Etsch entlang zum Hotel zurück. Das Fahrrad parke ich in der Fahrradgarage des Hotels. Alle Hotels von Eurobike Radreisen verfügen über Fahrradgaragen.

Beim Abendessen in der Hotelbar schaute ich mir die Reiseunterlagen genauer an. Vor dem Schlafengehen gönnte ich mir noch ein erfrischendes Glas Aperol Spritz.

Die erste Etappe: Bozen – Trient

Vor dem Frühstück stellte ich meinen Koffer im Kofferraum des Hotels ab. Um 9 Uhr wurden die Koffer von einem Eurobike-Mitarbeiter abgeholt und zum nächsten Hotel transportiert. Nach dem leckeren Frühstück im Hotelrestaurant machte ich mich auf den Weg. In den praktischen gelben Eurobike-Radtaschen hatte ich nicht viel drin. Bei 35 Grad waren keine warmen Jacken notwendig. Dafür hatte ich genug Platz für Wasser und Getränke. Bei der Hitze, die beim Radfahren allerdings nicht so schlimm ist, muss man sehr viel trinken. Ich radelte überwiegend in ländlicher Umgebung und durch Naturlandschaften, daher hatte ich nur selten die Möglichkeit, mich mit Getränken zu versorgen.

Da das Hotel Four Points by Sheraton im Süden von Bozen liegt, verließ ich schnell die Stadt. Den ganzen Tag radelte ich auf dem wunderschönen Radweg entlang der Etsch und genoss traumhafte Blicke auf die Berge. Schon auf den ersten 10 Kilometern war ich von den wunderschönen Landschaften und der strahlenden Sonne so begeistert, dass ich dauernd stehen bleiben musste, um Fotos zu machen.

Nach circa 20 Kilometern befand ich mich südlich von Auer. Dort wollte ich einen Abstecher zum Kalterer See machen, den ich früher schon zweimal besucht habe. Ich war aber unschlüssig: Die Etappe war 65 Kilometer lang und ich war nicht schnell. Wegen der unzähligen Fotopausen benötigte ich für die ersten 20 Kilometer fast zwei Stunden. Da es schon am Vormittag heiß war, entschloss ich mich, zusätzlich 10 Kilometer (hin und zurück) zu radeln, um mich im See abzukühlen. Der Abstecher lohnte sich auf jeden Fall, alleine schon wegen des Anblicks des wunderschönen Sees. Beim Gasthof Klughammer besuchte ich den Privatstrand (6 Euro Gebühr). Beim Baden genoss ich wunderschöne Blicke auf die Berge.

Nach dem Abstecher legte ich weniger Fotopausen ein und radelte wesentlich flotter Richtung Trient. Mit dem Leihrad-Plus konnte ich 20 Stundenkilometer fahren.

Die Landschaft entlang der Etsch war so bezaubernd und sehr abwechslungsreich. Ich fuhr an Weinbergen und malerischen Orten vorbei, die Alpen wechselten immer wieder ihre Form. Südlich von Bozen bewunderte ich die grünen, formschönen Gipfel. Bei Salurn entzückten mich die riesigen Felswände.

Die erste Etappe verläuft überwiegend in ländlicher Umgebung auf dem Etsch-Radweg. Aus der Ferne sah ich viele malerische Orte. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das Dorf Sant Michele (die Strecke führt direkt hindurch).

Am Nachmittag konnte ich wegen des starken Windes nicht mehr so flott fahren. Zum Glück war Trient nicht mehr weit entfernt.

In Trient übernachtete ich im 4-Sterne Hotel NH Trento. Nach der Dusche machte ich einen Spaziergang zur Altstadt, die vom Hotel aus in kurzer Zeit erreichbar ist. An diesem Samstagabend schlenderten dort unzählige Einheimische und Touristen umher. Das störte mich aber nicht, schließlich war ich den ganzen Tag allein in der Natur geradelt.

Trient ist eine schöne Stadt mit circa 120.000 Einwohnern. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist der Domplatz mit der Kathedrale San Vigilio und zahlreichen historischen Gebäuden. Einen Besuch wert ist auch das Castello del Buonconsiglio, das im Nordosten der Altstadt auf einem Felsvorsprung liegt. Leider hatte ich am Abend keine Zeit mehr, um das bedeutende Bauwerk zu besuchen. Nach dem ausgiebigen Stadtbummel ließ ich den eindrucksvollen ersten Tag meiner Radreise in einem Restaurant mit Blick auf die Kathedrale ausklingen.

Die zweite Etappe: Trient – Desenzano del Garda

Bei der zweiten Etappe durfte ich nicht mehr so viele Fotopausen einlegen und bis zum Abend radeln. Die Etappe hatte zwar nur 50 Kilometer, aber ich musste um 15 Uhr am Hafen von Riva del Garda sein, um weiter mit dem Schiff nach Desenzano am Südufer des Gardasees zu fahren.

Am Anfang verlief die Strecke auf dem malerischen Etsch-Radweg. Ich radelte durch idyllische Landschaften und viele Weinanbaugebiete. Südlich von Rovereto ging es Richtung Gardasee.

Kurz vor dem Dorf Mori wurde die Strecke anspruchsvoller – bis Nago musste ich circa 100 Höhenmeter und sogar einen kleinen, steilen Pass bewältigen. Bei 35 Grad und mit einem normalen Fahrrad war es eine kleine Herausforderung, aber die schöne Abfahrt und ein wunderbarer Blick auf den Gardasee entschädigten mich reichlich.

Kurz vor 13 Uhr erreichte ich Torbole am wunderschönen Gardasee. Ich war hier schon oft zu verschiedenen Jahreszeiten, aber jetzt im Hochsommer zum ersten Mal. Besonders gut gefällt es mir im Norden- in Riva del Garda, Torbole, Limone sul Garda und Malcesine. Diese Orte liegen am Fuße der hohen Berge und sind von München in vier Stunden Autofahrt erreichbar.

Nach einer kurzen Pause im malerischen Hafen von Torbole radelte ich am Ufer entlang und genoss das Mittelmeer-Feeling – das türkisblaue Wasser, die blühenden Oleander und Bougainvilleas, die unzähligen Palmen, die strahlende Sonne und die Hitze. Ich überquerte ich den malerischen Fluss Sarca und fuhr am Yachthafen von Riva del Garda vorbei. Zum Glück hatte ich noch genug Zeit, um eine Badepause an einem der gut besuchten Strände einzulegen. Das Wasser war sehr angenehm – perfekt zum Abkühlen nach der 50-Kilometer Radstrecke.

Riva del Garda bietet etliche Sehenswürdigkeiten – die Piazza de 3 Novembre mit dem Torre Apponale und die Burg Rocca di Riva sind am bedeutendsten.

In der Nähe der Piazza de 3 Novembre liegt der Hafen von Riva. Dort tauschte ich den Gutschein von Eurobike gegen ein Ticket um. Da ich bis zur Abfahrt noch etwas Zeit hatte, gönnte ich mir eine kleine Mahlzeit und ein Erfrischungsgetränk. Der Blick von der Bar aus auf die Piazza und den Gardasee war fantastisch.

Der 51-Kilometer lange Gardasee ist der größte See Italiens. In zahlreichen Orten gibt es schöne Radwege, aber wer vom Norden nach Süden Rad fahren will, muss auf stark befahrenen Straßen mit vielen Tunnels radeln. Aus diesem Grund bietet Eurobike eine Schifffahrt für die Kunden an. Die fünfstündige Fahrt war für mich ein großes Erlebnis. Obwohl ich schon so oft am Gardasee gewesen war, konnte ich ihn vom Wasser aus zum ersten Mal genießen. Das Schiff legte in vielen Orten an – besonders faszinierend war die Aussicht auf Limone sul Garda, Gargnano und Malcesine. In Sirmione musste ich mit meinem Fahrrad umsteigen und mit einem kleineren Boot weiter fahren.

Nach einem herrlichen Sonnenuntergang erreichten wir kurze Zeit später Desenzano. Meine nächste Unterkunft, das 3-Sterne Hotel Bonotto Desenzano war nicht weit vom Hafen entfernt. Nach dem Einchecken und einer Dusche machte ich einen kleinen Spaziergang in die Altstadt. Das Abendessen genoss ich in einem Restaurant am malerischen Fischerhafen. Zum Abschluss ging ich noch durch die beleuchteten Gassen spazieren.

Die dritte Etappe: Desenzano del Garda – Verona

Nach dem leckeren Frühstück auf der Panorama-Terrasse meines Hotels schaute ich mir die Altstadt von Desenzano und den Fischerhafen beim Tageslicht an. Danach radelte ich nach Sirmione. Der Abstecher gehört nicht zur Eurobike-Originalstrecke, wenn man in Desenzano übernachtet. Manche Gäste übernachten auch in Sirmione. Da ich den Süden vom Gardasee noch nicht kannte, entschloss ich mich, zur berühmten Festung zu radeln. Das Castello Scaligero aus dem 14. Jahrhundert liegt am Ende einer langen Halbinsel und lockt unzählige Touristen aus ganz Europa an. Bevor ich Sirmione und den Gardasee verließ, kühlte ich mich im Gardasee ab. Dies war die letzte Bademöglichkeit vor der Adria in Lido di Venezia.

Der schöne Abstecher bedeutete nur zusätzliche 10 Kilometer. Vom idyllischen Dorf Ponti sul Mincio aus radelte ich wieder auf der Originalstrecke von Eurobike. Danach ging es am Fluss Mincio mit türkisblauem Wasser entlang, durch Weinanbaugebiete und Getreidefelder nach Verona.

Gegen 16 Uhr erreichte ich Verona und hatte für die Besichtigung noch viel Zeit. Ich übernachtete im 4-Sterne Hotel ARK, das nur 1,5 Kilometer von der Altstadt entfernt ist. Nach der Dusche machte ich einen ausgedehnten Stadtbummel.

Verona ist für seine unzähligen Sehenswürdigkeiten berühmt. Ich war schon zweimal dort, aber nur kurz. Auf keinem Fall sollte man die Arena an der Piazza Bra, die Burg Castelvecchio, die Steinbrücke Ponte Pietro, die Piazza delle Erbe, die Casa de Julieta (das Haus der Julia aus der Tragödie von Shakespeare “Romeo und Julia”) und das Castell San Pietro verpassen.

Nach der Besichtigung der Altstadt wanderte ich entlang der Etsch zur Burg Castell San Pietro. Ich kannte den wunderschönen Anblick auf Verona bisher nur von den Bildern im Internet. Über viele Stufen erreichte ich die Burg und die Aussichtsterrasse. Es lohnt sich bestimmt, den bezaubernden Ort kurz vor dem Sonnenuntergang zu genießen.

Den dritten Tag meiner Radreise ließ ich in einem Restaurant direkt vor der Arena bei Pizza und Aperol ausklingen. Auf dem Weg zum Hotel erlebte ich auf der Steinbrücke Ponte Pietro einen herrlichen Sonnenuntergang.

Die vierte Etappe: Verona – Vicenza

Die vierte Etappe der Eurobike-Radreisen von Verona nach Vicenza war die längste und anspruchsvollste Strecke. Ich musste mehr als 70 Kilometer mit 600 Höhenmetern bewältigen. Deshalb stand ich etwas früher auf, um noch vor 9 Uhr zu starten.

Ich radelte durch idyllische Weingüter und malerische Orte. Immer wieder entdeckte ich romantische, weit entfernte Burgen. Leider war meine Fotoausrüstung (Kompaktkamera und Smartphone) mit den weiten Objekten überfordert.

Das war ein besonders heißer Tag – 35 Grad schon gegen Mittag. Wegen der vielen Getränke war meine Satteltasche extrem schwer. Nach 20 Kilometern ging es auf einen kleinen Pass hinauf. Es waren nur 70 Höhenmeter, aber wegen der schweren Satteltasche war es mir zu anstrengend – zum Schluss schob ich das Fahrrad. Dies war die steilste kurze Strecke auf der ganzen Radreise. Nach einer Fotopause im winzigen Dorf Colognola ai Colli genoss ich die Abfahrt.

Auf kleinen Straßen zwischen Weinbergen radelte ich weiter nach Soave. Von Weitem war die imposante mittelalterliche Burg Castello Scaligero zu erkennen. In Soave vor der Stadtmauer wurde auf zwei Fässern eine riesige Weinflasche aufgestellt. Am Nachmittag wurde es noch heißer. Eine Rast war nur im Schatten möglich – viel trinken war sehr wichtig. Leider waren meine Getränke sehr warm. Als ich nach knapp 50 Kilometern Fahrt in Montebello Vicentino endlich einen Supermarkt entdeckte, stärkte ich mich mit vielen kalten Getränken.

Östlich vom Dorf Brendola beginnt nämlich der lange Aufstieg auf die Hügel, die südlich von Vicenza liegen. Am Anfang verfuhr ich mich und musste zusätzliche 100 Höhenmeter auf einer sehr steilen Straße bewältigen. Nicht so schlimm – ich genoss einen traumhaften Blick auf die hügelige Weinregion.

Das nächste Highlight war die Basilika Santa Maria di Monte Berico, eine riesige Wallfahrtskirche aus dem 15. Jahrhundert. Sie liegt knapp 100 Meter oberhalb von Vicenza und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Stadt. Auf jeden Fall lohnten sich die Anstrengungen, um die Hügel von Berici zu erreichen. Nach der Pause bei der Basilika genoss ich die Abfahrt in die Innenstadt von Vicenza.

Nach dem Einchecken und Duschen im 3-Sterne Hotel Key blieb mir noch genug Zeit, um Vicenza bei Abendlicht zu genießen.

Vicenza ist eine norditalienische Stadt mit über 110.000 Einwohnern, die für die Bauwerke des Renaissance-Architekten Andrea Palladio berühmt ist. Seit 1994 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen der imposante Hauptplatz Piazza dei Signori und die Basilica Palladiana. Bezaubernde Fotomotive stellen die kleinen, mit Blumen geschmückten Brücken dar.

Nach einem langen Stadtbummel beendete ich den eindrucksvollen Tag in einem gemütlichen Restaurant an einem kleinen Kanal.

Die fünfte Etappe: Vicenza – Padua

Die fünfte Etappe ist nur 50 Kilometer lang und absolut flach. An jenem Tag war der Himmel etwas bedeckt und es war nicht so heiß (“nur” 30 Grad). Die einzige Sehenswürdigkeit auf der Strecke zwischen Vicenza und Abano Terme war das Kloster Monastero della Risurrezione in Montegalda.

Nach 35 Kilometern erreichte ich Abano Terme. In dem berühmten Kurort mit Thermalwasserquellen haben sich zahlreiche Thermalhotels angesiedelt, die moderne Therapien anbieten. Eurobike-Gäste, die ein Thermalbad besuchen wollen, können in Abano Terme statt in Padua übernachten.

Das Etappenziel Padua erreichte ich gegen 15 Uhr. Nach dem Einchecken im 4-Sterne Hotel Best Western Biri hatte ich noch viel Zeit für die Stadtbesichtigung.

Padua ist eine berühmte Universitätsstadt mit über 210.000 Einwohnern. Die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Nähe der wunderschönen Plätze Prato della Valle, Piazza dei Signori, Piazza delle Erbe und Piazza della Frutta. Die sehenswertesten Bauwerke sind die Basilica di Sant’Antonio und die Basilika der Heiligen Justina.

Bevor ich mein Hotel erreichte und das Fahrrad in der Fahrradgarage parkte, besuchte ich den eindrucksvollen Prato della Valle. Das ist der drittgrößte innerstädtische Platz in Europa. Auf dem Prato stehen 78 Statuen.

Den vorletzten Tag meiner Radreise ließ ich in einem Restaurant Piazza dei Signori ausklingen.

Die sechste Etappe: Padua – Venedig

Nach dem Frühstück auf der Panorama-Terrasse meines Hotels machte ich mich auf den Weg nach Venedig. Mit 35 Kilometern war es die kürzeste Strecke der Radreise Bozen – Venedig.

Östlich von Padua verläuft die Strecke entlang des Kanals Brenta, an vielen prächtigen Palästen und Villen vorbei. Am schönsten ist die Villa Pisani. Im malerischen Ort Dolo war ich von der ersten Gondel sehr entzückt.

Schon gegen 15 Uhr erreichte ich meine letzte Unterkunft, das 4-Sterne Hotel Mercure. Das Hotel liegt in Mestre, westlich der Kanalstadt Venedig.

Da mein Koffer noch nicht angekommen war, entschloss ich mich, Venedig mit dem Fahrrad zu erreichen. Das gehört nicht mehr zur Eurobike-Originalstrecke. Von Mestre sind es noch 10 Kilometer nach Venedig, allerdings ist die Strecke alles andere als attraktiv. Man muss durch viele Industriegebiete fahren, die die beliebte App Komoot kennt. Auf keinen Fall sollte man auf der extrem stark befahrenen Hauptstraße fahren – das ist vermutlich sowieso verboten. Zum Schluss fuhr ich auf dem Radweg auf der langen Brücke zwischen dem Festland und Venedig. Als ich an der Piazzale Roma ankam, war ich sehr glücklich, mein Ziel erreicht zu haben. Da Venedig eine auto- und fahrradfreie Stadt ist und nur einen teuren Bike-Parkplatz anbietet, ist die 10-Kilometer-Fahrt allerdings nicht empfehlenswert. Ich knipste ein paar Bilder und fuhr zum Hotel zurück. In der Fahrradgarage des Hotels verabschiedete ich mich vom Eurobike-Leihrad, mit dem ich sechs Tage lang ein tolles Radabenteuer erleben durfte.

Nach dem Duschen ging es mit dem Bus nach Venedig. Diesmal hatte ich keine Eile, weil ich nach meiner Radreise noch zwei Tage in Venedig verbrachte. Es ist auch möglich, bei Eurobike einen Verlängerungstag zu buchen.

In Venedig war ich einmal vor vielen Jahren und war schon damals von der wunderschönen Stadt begeistert. Mittlerweile hatte ich vergessen, wie schwierig es ist, sich in der Lagunenstadt zu Fuß zu bewegen. In der Mitte von Venedig liegt der riesige Canale Grande, den man zu Fuß nur über die Rialto-Brücke überqueren kann. Da ich in die verkehrte Richtung ging, konnte ich am ersten Abend den Markusplatz nicht besuchen. Am Canale de Giudecca genoss ich bei Pizza und Wein den ersten Abend in Venedig und freute mich auf die nächsten zwei Tage.

Zwei Tage in Venedig

Venedig zählt circa 260.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der Region Venetien. Das historische Zentrum liegt auf mehr als 100 Inseln. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Markusplatz mit der Basilica di San Marco, die Rialtobrücke, der Canale Grande, der Dogenpalast und die Seufzerbrücke.

Ich erkundete Venedig zu Fuß und mit Wasserbussen (Vaporetti). Ich empfehle, eine Tageskarte für Wasser- und Stadtbusse zu besorgen. Das Ticket kostet 20 Euro für einen und 30 Euro für zwei Tage.

Da die berühmte Lagunenstadt Touristen aus der ganzen Welt anlockt, sind viele Orte wie der Markusplatz und die Rialto-Brücke sehr überlaufen. Allerdings gibt es auch viele ruhige Ecken. Am frühen Morgen und am Abend, wenn die Tagestouristen Venedig verlassen, geht es in der Stadt etwas ruhiger zu.

Am ersten Tag besichtigte ich die Altstadt von Venedig. Am Nachmittag fuhr ich mit einem Wasserbus nach Lido di Venezia und badete im Meer. Hier gibt es einen kilometerlangen Sandstrand, der an dem heißen Sommertag gut besucht war. Es gibt zahlreiche gebührenpflichtige Strandabschnitte, aber der letzte ist kostenlos und hat sogar eine kleine Bar zu bieten.

Am zweiten Tag besuchte ich die Inseln Murano und Burano. Die bunte Insel Burano ist mittlerweile leider kein Geheimtipp mehr. Es lohnt sich, sie frühmorgens oder spät am Abend zu besuchen. Murano ist nicht so beliebt, aber auch sehenswert. Nach einem langen Bummel durch Burano besuchte ich noch die Insel Giudecca. Hier ging es am Abend sehr ruhig zu. Bei einem Glas Aperol genoss ich den Blick auf den Markusplatz, der auf der anderen Seite des Canale Giudecca liegt.

Den letzten Tag meiner Radreise ließ ich in einer Pizzeria an einem kleinen Kanal in der Altstadt von Venedig ausklingen. Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Zug nach Hause zurück. Vom Zugfenster aus erblickte ich noch einmal die Strecke meiner Radreise.

Mein Radabenteuer mit Eurobike Radreisen – Fazit

Ich kann die Radreise Bozen – Venedig allen weiterempfehlen, die gerne längere Radtouren und Städtetrips unternehmen. Der Gepäcktransfer ist bei einer solchen Radreise besonders praktisch. Untertags radelt man durch wunderschöne Landschaften, am Nachmittag und Abend hat man noch genug Zeit für die schönen Städte. Ich hatte einen großen Koffer dabei und somit neben sportlicher Bekleidung auch Kleider, Röcke und Sandale für Stadtbesichtigungen zur Verfügung.

Die Tagesetappen hatten im Durchschnitt 60 Kilometer, was für sportliche Radfahrer eher genussvoll zu bewältigen ist. Nur die Strecke Verona – Vicenza war anspruchsvoller und hatte mehr Höhenmeter. Selbstverständlich ist die Radreise ebenfalls mit einem Elektrorad möglich.

Ich habe die Wärme genossen, aber Mitte Juni herrscht im Norditalien schon der Hochsommer. Wem die Temperaturen von 30 bis 35 Grad zu hoch sind, der sollte sich Termine in der Nebensaison aussuchen.

Ich entschied mich für 3- und 4-Sterne Hotels. Eine ausschließliche Buchung von günstigen 3-Sterne Hotels oder komfortablen 4-Sterne Hotels ist ebenfalls möglich.

Meine Radreise Bozen – Venedig war eine perfekte Kombination aus einem genussvollen Aktivurlaub und einer spannenden Städtereise. In Zukunft möchte ich noch viele solche Radabenteuer unternehmen, sehr gerne mit Eurobike Radreisen.

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