Wandern in den Ammergauer Alpen – Rundwanderung Brunnenkopf, Große Klammspitze und Grubenkopf

Brunnenkopf - Ammergauer Alpen, Sonnenuntergang

Die Ammergauer Alpen sind eine Gebirgsgruppe in Oberbayern, Schwaben und im Tiroler Bezirk Reutte. Ich war schon oft in dieser Region, da sie von München schnell zu erreichen ist.

Ammergauer Alpen – Sehenswürdigkeiten und Gipfel

In der Mitte des Ammergebirges fließt die Ammer. Im südlichen Teil der Ammergauer Alpen liegt der wunderschöne Plansee, den ich schon mehrmals besucht habe.

Zu den wichtigsten kulturellen Sehenswürdigkeiten der Region gehören die Königsschlösser Linderhof, Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie das Kloster Ettal. Am Rande des Gebirges liegen die beliebten Ferienorte Füssen, Garmisch-Partenkirchen und Ehrwald.
Der höchste Gipfel ist der Daniel (2340 m). 15 Gipfel des Ammergebirges sind über 2000 Meter hoch und weitere 20 Gipfel über 1500 Meter. Von den Zweitausendern habe ich bisher den Daniel und die Geierköpfe bestiegen. Außerdem kenne ich einige niedrigere Berge in den Ammergauer Alpen. Auf den malerischen drei Gipfeln des Hörnle war ich mehrmals im Winter.

Rundwanderung Linderhof – Brunnenkopf – Große Klammspitze – Feigenköpfe – Grubenkopf – Linderhof

Wandern von Linderhof zur Brunnkopfhütte und auf den Brunnenkopf

Tourdaten:
Start: Parkplatz in Linderhof (945 m)
Zwischenziel: Brunnenkopfhütte (1602 m)
Gipfel: Brunnenkopf (1718 m)
Höhendifferenz: 773 m Aufstieg und 100 m Abstieg
Strecke: 5 km (nur Aufstieg)
Dauer:  circa 2 Stunden (nur Aufstieg)
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer, aber der Aufstieg auf den Gipfel ist etwas anspruchsvoller

Kurz nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen, Anfang Mai, habe ich mit meinem Freund beschlossen, zwei Tage in den Ammergauer Alpen zu verbringen. Das ermöglichte uns unser Dachzelt, da alle Hotels und Campingplätze wegen des Corona-Lockdowns noch geschlossen hatten.

Wir starteten von Linderhof erst gegen 17 Uhr. Der Weg verlief überwiegend im Wald auf einem breiten Wanderweg. Am Anfang gingen wir an einem plätschernden Bach entlang und an einigen malerischen Wasserfällen vorbei.

Der Ausblick war leider die ganze Zeit durch den Wald versperrt, erst kurz vor der Hütte konnten wir die freie Sicht genießen. Von der Brunnkopfhütte hat man aber einen wunderbaren Blick auf die Berge. Wir wanderten auf den Brunnenkopf weiter. Die letzten Meter erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit – der Zustieg zum Gipfel ist auf beiden Seiten stark ausgesetzt und das Drahtseil etwas unsicher. Wir verbrachten fast zwei Stunden auf dem Gipfel, aßen dort zu Abend und genossen einen herrlichen Sonnenuntergang.

Auf dem Gipfel waren wir nicht zum ersten Mal. Ende November vor zwei Jahren unternahmen wir an einem sonnigen Tag eine Winterwanderung zur Brunnenkopfhütte und auf den Brunnenkopf. Vor der Hütte und im Gipfelbereich lag in dieser Jahreszeit schon viel Schnee.

Nach dem Sonnenuntergang wurde auf dem Gipfel kalt und wir stiegen flott ab. Wir wanderten Richtung Große Klammspitze weiter, bis wir einen geeigneten Biwakplatz fanden. Wir hatten Isomatten und warme Schlafsäcke dabei. Ich konnte zum ersten Mal meinen nagelneuen, tollen Schlafsack von Sea To Summit ausprobieren. Der Daunenschlafsack ist sehr leicht (800 Gramm), klein und verspricht die Komforttemperatur bis zu minus 4 Grad. Vor dem Einschlafen genossen wir den Sternenhimmel und den Vollmond. Ich war mit meinem neuen Schlafsack sehr zufrieden – er war sehr bequem und warm. Für meinen Freund war es bei plus 3 Grad viel zu warm – er hatte nämlich seinen alten, riesigen Expeditionsschafsack dabei.

Bergtour von der Brunnkopfhütte auf die Große Klammspitze

Tourdaten:
Start: Brunnkopfhütte (1602 m)
Gipfel: Große Klammspitze (1924 m)
Höhendifferenz: 350 m (nur Aufstieg)
Strecke: circa 3 km (nur Aufstieg)
Dauer: circa 1,5 Stunden (nur Aufstieg)
Schwierigkeit: mittelschwere bis anspruchsvolle Bergtour

Um 5:30 weckte uns die aufgehende Sonne. Ich knipste einige Bilder und schlief wieder ein. Normalerweise bin ein Morgenmuffel und deshalb kann ich sehr selten Sonnenaufgänge erleben. Um 7 Uhr waren wir endgültig wach. Wir packten unsere Isomatten und Schlafsäcke ein und frühstückten. Es gab Kaffee und Porridge. Wir hatten einen kleinen Gaskocher und Fertiggerichte dabei. Das Wasser holte mein Freund von der Quelle hinter der Hütte.

Nach dem gemütlichen Frühstück mit Bergblick machten wir uns auf den Weg auf den nächsten Gipfel. Beide Gipfel, der Brunnenkopf und die Große Klammspitze, gehören zur Berggruppe des Klammspitzkamms. Sowohl von der Nord- als auch von der Südseite sieht die Gruppe wie ein gigantisches Bergmassiv aus. Sie beginnt mit dem Gipfel Am Zahm im Osten (westlich von Oberammergau). Der letzte größere Gipfel im Westen ist der Grubenkopf.

Zunächst wanderten wir auf einem leichten Weg und genossen einen traumhaften Blick auf das mächtige Massiv der Klammspitze. Es handelt sich um einen Doppelgipfel, der aus der Großen Klammspitze (1924 m) und aus der Kleinen Klammspitze (1882 m) besteht. Für normale Wanderer ist nur der größere Berg erreichbar. Auf dem Gipfel steht ein schönes Gipfelkreuz, das von Weitem zu erkennen ist.

Die letzten 150 Höhenmeter zum Gipfel sind anspruchsvoller, insbesondere Angang Mai, wenn große Schneefelder überquert werden müssen. Der Zustieg zum Gipfel erfolgte über ein steiles Schneefeld. Für uns war es kein Problem, weil wir schon oft solche Schneefelder überquert haben. Außerdem war es warm – mit Stöcken und in festen Wanderschuhen konnte man auf dem weichen Schnee nicht ausrutschen. Es gibt dort auch einige ausgesetzte Stellen, daher sind bei der Besteigung des Gipfels Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Die Große Klammspitze bietet einen wunderbaren Panoramablick auf die Alpen. Man konnte auch den langen Stausee, den Forggensee gut erkennen. Den See kenne ich schon von unserer Rennradtour im Allgäuer Königswinkel vor drei Jahren. An jenem sonnigen Freitagvormittag waren einige andere Wanderer auf dem beliebten Gipfel. Wir verbrachten mindestens eine Stunde auf dem Berg.

Nach der Gipfelbesteigung kann man über die Brunnkopfhütte nach Linderhof zurück wandern (circa 3 Stunden) oder auf dem Grad Richtung Westen weiter gehen.

Wandern Große Klammspitze – Feigenkopf – Grubenkopf – Hirschwanghütte – Bäckenalmsattel – Linderhof

Tourdaten:
Start: Große Klammspitze (1924 m)
Weitere Gipfel: Feigenkopf (1866 m) und Grubenkopf (1847 m)
Zwischenziel: Hirschwanghütte (1710 m)
Ziel: Linderhof (945 m)
Höhendifferenz: circa 300 m Aufstieg und circa 1350 m Abstieg
Strecke: circa 9 km
Dauer: circa 5 Stunden
Schwierigkeit: mittel (einige ausgesetzte Stellen)

Auf dem Gipfel entschieden wir uns für die lange Rundwanderung nach Linderhof. Wir wollten einen Sonnenuntergang in den Bergen erleben, daher hatten wir keine Eile. Aus diesem Grund könnte meine Angabe nicht stimmen, dass man für die Strecke 5 Stunden braucht.

Zunächst wanderten wir auf einem schmalen Weg auf dem Klammspitzgrat. Hier waren auf vielen Stellen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Der Wanderweg verlief über den Feigenkopf (1866 m), einen Gipfel ohne Gipfelkreuz. Bis zur Hirschwanghütte (1710 m) genossen wir freie, traumhafte Blicke auf das Ammergebirge.

Bei der kleinen Alm legten wir eine kurze Pause ein, ließen die schweren Sachen stehen und wanderten auf den nächsten Gipfel. Der Grubenkopf (1847 m) ist ein formschöner Berg mit einem Gipfelkreuz. Für die kurze Strecke benötigten wir mit leichtem Gepäck nur eine halbe Stunde. Der Grubenkopf bieten ebenfalls einen herrlichen Panoramablick. Der lange Forggensee war von dort noch besser zu sehen.

Nach dem Abstieg legten wir eine lange Pause auf einer riesigen Wiese neben der Alm ein. Von dort aus genossen wir einen grandiosen Blick auf die Berge und einen wunderschönen Sonnenuntergang. Unser Nudel-Fertiggericht schmeckte in dieser Szenerie wie im guten Restaurant. Wir hatten auch Beobachter – einige Rehe, die keine Angst vor uns hatten. Mehr braucht ein Wanderer zum Glück nicht.

Nach dem Sonnenuntergang packten wir unsere Sachen und begannen mit dem Abstieg. Den schönen Sägertal konnten wir leider nicht sehen, weil es schon dunkel war. Gegen 22 Uhr erreichten wir unser Auto. Von dort aus fuhren wir zu einem Parkplatz weiter, auf dem wir schon einmal in Corona-Zeiten im Dachzelt übernachtet haben. Nach einer solchen langen Wanderung war die späte Heimfahrt unvorstellbar. Am nächsten Tag frühstückten wir am Fluss und verließen wir die wunderschönen Ammergauer Alpen. Das war ein Abenteuer!

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