Campingurlaub im Wohnmobil, Campingbus, Dachzelt und Zelt – Tipps für Anfänger

Campingurlaub Tipps

Campingurlaub war schon Anfang des 20. Jahrhunderts beliebt. Nach dem Ersten Weltkrieg konnten sich die normalen Bürger endlich einen Urlaub leisten. Davor hatten sie keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Der kostengünstige Zelturlaub ermöglichte es einem Normalverdiener, sich in der Natur auszuruhen.

In den letzten Jahren erfreut sich diese Urlaubsform zunehmender Beliebtheit. Sie verspricht die Nähe zur Natur, herrliche Ausblicke und die Freiheit. Seit Beginn der Corona-Pandemie boomt das Campen noch mehr, weil die Ansteckungsgefahr an der frischen Luft sehr gering ist.

Campingplatz Mondsee

Campingurlaub in Deutschland – Statistik

Mehr als 50 Prozent der Deutschen verbringen ihren Haupturlaub im eigenen Land. Der Campingurlaub ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Tourismusindustrie. In Deutschland gibt es 2.862 Campingplätze, die 209.103 Stellplätze anbieten (Statista, Stand vom Jahr 2020). Die meisten Campingplätze befinden sich in Bayern.

Arten vom Campingurlaub

Es gibt verschiedene Arten vom Campingurlaub. Die günstigste Form ist das Zelten, die komfortabelste das Wohnmobil.

Campingurlaub in einem Zelt

Der Zelturlaub ist sehr günstig und abenteuerlich. Allerdings kann das Übernachten unbequem sein, besonders wenn man damit noch keine Erfahrung hat.

Um sich einen ersten Eindruck vom Campingleben zu verschaffen, ist ein Zelt aber gut geeignet. Für das erste Mal reichen zwei bis drei Tage. Man sollte auf gutes Wetter achten und überfüllte Campingplätze im Hochsommer meiden. Wer noch nie in einem Zelt übernachtet hat, wird mit dem Schlafen auf einer schmalen, harten Isomatte nicht zufrieden sein. Wenn man mit dem Auto verreist, ist die Mitnahme dicker Klappmatratzen und normaler Bettwäsche von Vorteil. Für noch mehr Komfort beim Campingleben empfehle ich außerdem, einfache Campingstühle, einen kleinen Klapptisch und sowie Geschirr und Besteck mitzunehmen.

Campingurlaub Zelt

Glamping auf einem Campingplatz

Ein bequemes Zelt ist schon für 200 bis 300 Euro zu haben. Wenn man allerdings nicht weiß, ob man Spaß am Zelten hat, lohnt sich die Investition nicht. Viele Campingplätze bieten Glamping-Unterkünfte an. Es handelt sich um geräumige Zelte mit bequemen Matratzen, Bettwäsche, Schränken, Tischen und Stühlen. Daneben sind auf manchen Campingplätzen Übernachtungen in Mobilheimen und ausgefallenen Unterkünften wie Fässern und Baumhäusern möglich.

Campingurlaub in einem Dachzelt

Beim Campingurlaub sind in den letzten Jahren Dachzelte sehr beliebt geworden. Das Zelt ist auf dem Autodach befestigt, sekundenschnell aufzubauen und mit einer bequemen Matratze ausgestattet. Daher gestaltet sich der Campingurlaub in einem Dachzelt wesentlich komfortabler als in einem einfachen Zelt.

Gute Dachzelte gibt schon ab 2.000 Euro, aber auch hier lohnt sich die Investition erst, wenn man das Campingleben schon ausprobiert hat und davon überzeugt ist. Daher empfehle ich, ein Dachzelt zu leihen, bevor man sich eines zulegt. Es gibt einige Anbieter, die Dachzelte verleihen.

Campingurlaub Reiseziele - Lago Maggiore

Campingurlaub in einem Campingbus

Noch bequemer als Zelte und Dachzelte sind Campingbusse. Das sind größere Fahrzeuge, die mit einem Bett, einer Miniküche, kleinen Schränken, einem Tisch und Stühlen ausgestattet sind. Viele handwerklich begabte Eigentümer bauen ihre Vans selbst aus. Zu den beliebtesten Campingbussen gehört der VW Bus, der als “Bulli” seit der 70-er Jahren bekannt ist.

Bei Kälte und Regen hat ein solcher Campingbus einen riesigen Vorteil – man kann in seinem kleinen Wohnraum nicht nur schlafen, sondern auch sitzen und kochen. Der Urlaub in einem Campingbus hat aber auch einen Nachteil – ähnlich wie in einem Zelt und Dachzelt haben die Urlauber kein eigenes Bad und sind auf die Sanitärräume der Campingplätze angewiesen.

Campingurlaub in einem Wohnmobil

Die bequemste Form des Campings ist der Urlaub in einem Wohnmobil. Man genießt alle Vorteile des Campingurlaubs und übernachtet sehr komfortabel. Ein Wohnmobil ist wie ein kleines Hotelzimmer, da es mit einem Wohnraum, einer Küche, einem Schlafzimmer, einem Bad und einen Abstellraum ausgestattet ist. Es gibt Wohnmobile verschiedener Größe – die kleinsten sind nur 6 Meter lang, die größten bis zu 18 Meter.

Wohnmobil innen

Ein Wohnmobil-Urlaub ist eine komfortable, aber auch teure Campingart. Man kann selbstverständlich ein Wohnmobil leihen, zum Beispiel auf Paulcamper. Allerdings kostet ein modernes Wohnmobil in den Sommerferien mindestens 100 Euro pro Tag. Für alle, die viel verreisen wollen und ein Wohnmobil finanzieren können, lohnt sich die Investition in ein eigenes Fahrzeug. Neue Wohnmobile sind ab 40.000 Euro erhältlich, gebrauchte wesentlich günstiger.

Beim Kauf eines Wohnmobils sind zudem jährliche fixe Kosten zu berücksichtigen: Versicherung, Kfz-Steuer, TÜV, Wartungs- und Reparaturkosten sowie Parkplatz- bzw. Garagengebühren. Die Kfz-Steuer ist von der Schadstoffklasse und dem Gewicht des Fahrzeugs abhängig – man muss mit mindestens 30 Euro pro Monat rechnen. Verti versichert Wohnmobile schon ab 21 Euro im Monat.

stock.adobe.com © Roman Babakin

Campingurlaub – Übernachtungsmöglichkeiten

In den meisten europäischen Ländern sind Übernachtungen nur auf den Campingplätzen erlaubt, aber es gibt einige Ausnahmen. Wer in der Natur übernachten will, kann dies zum Beispiel in Norwegen und Schweden tun.

Das Übernachten auf modernen Campingplätzen gestaltet sich sehr komfortabel. Den Gästen stehen Sanitärräume (Duschen, Waschräume und Toiletten), Geschirrspülräume, Waschküchen mit Waschmaschinen, Aufenthaltsräume, Restaurants, Mini-Märkte und manchmal sogar Swimmingpools zur Verfügung.

Wer außerhalb der Schulferien verreist, genießt auf den Campingplätzen Ruhe, Naturnähe und wunderschöne Blicke. Während der Sommerferien geht es auf den beliebten Campingplätzen nicht so ruhig zu, außerdem sind Reservierungen notwendig. Aber es gibt zahlreiche Campingplätze in weniger bekannten Regionen, die auch im Hochsommer nicht überlaufen sind. Dazu gehören zum Beispiel die hoch gelegenen Bergtäler.

Campingurlaub Reiseziele - Bergtal

Campingurlaub – Reiseziele

Beim Campingurlaub sind wie bei Autoreisen jene Reiseziele am beliebtesten, die schnell erreichbar sind. Zu den Top-Destinationen der Deutschen gehören: die Ost- und Nordsee in Deutschland, Holland und Dänemark, die Bergregionen in Deutschland, Österreich, Italien und in der Schweiz, die oberitalienischen Seen (insbesondere der Gardasee und der Lago Maggiore), die Toskana, Ligurien, die slowenische, kroatische, italienische und französische Küste.

Campingurlauber, die für zwei Wochen und länger verreisen können, fahren gerne auch weiter. Beliebt sind Reiseziele wie Schweden, Norwegen, die Mittelmeerinseln Elba, Korsika und Sardinien sowie die spanische Mittemeerküste.

Campingurlaub – Kosten

Der Campingurlaub im Zelt und Dachzelt ist eine preiswerte Reiseart. Die Zelt- und Stellplätze sind in der Regel wesentlich günstiger als Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen. Zwei Personen mit Zelt können schon ab 10 Euro pro Person auf einem Campingplätz übernachten. Viele Campingplätze bieten besonders günstige Preise für Wanderer ohne Auto. Wer mit einem Dachzelt, Campingbus oder einem keinen Wohnmobil reist, zahlt oft nicht viel mehr – ab 15 Euro pro Person in der Nebensaison.

Die Übernachtungspreise hängen von der Saison, der Region, der Camping-Kategorie und der Stellplatzgröße ab. Am teuersten ist es im Hochsommer auf den 5-Sterne Campingplätzen. In den Sommerferien zahlen zwei Personen auf der französischen Insel Korsika 100 Euro und mehr für einen Stellplatz auf einem solchen Luxus-Campingplatz.

Campingurlaub – meine Erfahrung

Mit dem Campingurlaub habe ich erst vor acht Jahren angefangen. Davor hatte ich nur in Hotels und Ferienwohnungen übernachtet. Für meinen Freund war das Campingleben nichts Neues – beim Trekking und Radreisen mit Zelt übernachtete er oft auf Campingplätzen.

Bei meinem ersten Campingurlaub in Ligurien übernachteten wir in einem kleinen Zelt und hatten keine Campingausstattung dabei. Das war sehr unkomfortabel. Da mir das naturgebundene Campingleben an der frischen Luft allerdings sehr gut gefiel, legten wir uns ein neues, großes Zelt, einen Campingtisch und bequeme Stühle zu. Der nächste Urlaub auf der italienischen Insel Elba war wesentlich bequemer. Beim Frühstücken und Abendessen genossen wir den Blick aufs Meer. In unserem großen Zelt hatten wir eine dicke, aufblasbare Matratze und normale Bettwäsche.

Im Sommer 2018 verbrachten wir mit meinem Sohn vier Wochen auf Korsika. Wir bereisten die ganze Insel und übernachteten auf vielen Campingplätzen in zwei Zelten. Insgesamt war es ein unvergesslicher und abenteuerlicher Urlaub, aber der häufige Zeltauf- und -abbau stellte eine große Herausforderung dar.

Anfang März 2019 legten wir uns ein Dachzelt zu. Beim Campingurlaub mit dem Dachzelt überzeugte uns der schnelle Aufbau sowie die bequeme integrierte Matratze. Mittlerweile haben wir unzählige Urlaube und Kurztrips mit unserem Dachzelt gemacht und lieben diese Campingart.

Um das neue Dachzelt gleich nach dem Kauf auszuprobieren, ging es schon Mitte März zum Gardasee und Ende März zum Achensee. Die Nächte waren kalt, aber wir hatten nicht nur Bettwäsche, sondern auch dicke Expeditionsschlafsäcke dabei. Mittlerweile verreisen wir mit dem Dachzelt zwischen April und November. In der kalten Jahreszeit übernachten wir in Hotels und Ferienwohnungen. Wir unternehmen auch gerne Flugreisen in den sonnigen Süden, um der Kälte zu entfliehen. Das ist eine perfekte Kombination.

Am Dachzelturlaub liebe ich die Nähe zur Natur, das Schlafen und Leben an der frischen Luft und die wunderschönen Blicke beim Frühstücken und Abendessen. Ein weiterer großer Vorteil des Campingurlaubs sind die geringen Kosten. Der Stellplatz für ein Auto mit Dachzelt ist zwar genauso teuer wie für ein Wohnmobil, aber wesentlich günstiger als Übernachtungskosten in einem Hotel.

Der Urlaub mit einem Dachzelt hat allerdings nicht nur Vorteile, sondern auch einige Nachteile. Wir können nur in der warmen Jahreszeit verreisen. In vielen Regionen wie Skandinavien und den Alpenländern ist es auch im Sommer verregnet und kalt. Wir haben keine eigenen Sanitärräume und keine richtige Küche. Deshalb möchten wir uns in Zukunft ein Wohnmobil zulegen, um den Campingurlaub noch komfortabler zu gestalten.

Campingurlaub Südtirol
Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.